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Israelische Marine stoppt neue Gaza-Flottille

(c) REUTERS (AMIR COHEN)
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Die israelische Marine hat die kleine Gaza-Flottille mit propalästinensischen Aktivisten an Bord in internationalen Gewässern abgefangen. Die Boote sollen jetzt in den Hafen von Ashdod geschleppt werden.

Tel Aviv/APA. Die israelische Marine hat die kleine Gaza-Flottille mit propalästinensischen Aktivisten an Bord in internationalen Gewässern abgefangen. Soldaten haben am Freitag rund 100 Kilometer vor der Küste des Gazastreifens die beiden Boote geentert, teilte die israelische Militärsprecherin Avital Leibovich mit. Generalstabschef Benny Ganz hatte ein entsprechendes Vorgehen angeordnet, falls die Flottille den Aufforderungen zum Kurswechsel nicht nachkommen sollte.
Die Boote sollen nach Angaben von Leibovich in den Hafen von Ashdod geschleppt werden. Dort sollten die 27 Aktivisten an Bord der Boote „Saoirse“ und „Tahrir“ der Polizei übergeben werden. Die Aktivisten aus mehreren Ländern wollten mit der Aktion gegen die ihrer Meinung nach illegale israelische Seeblockade des Gazastreifens protestieren. Israel hat nach eigenen Angaben die Seeblockade verhängt, um einen Waffenschmuggel in das von der islamistischen Hamas kontrollierte Gebiet zu verhindern.
Es ist nicht der erste Zwischenfall dieser Art. Bei einer Kommandoaktion der israelischen Eliteeinheit „Shayetet 13“ in internationalen Gewässern waren im Mai 2010 neun türkische Palästina-Solidaritätsaktivisten und ein türkisch-amerikanischer Doppelstaatsbürger an Bord des Schiffes „Mavi Marmara“ getötet worden. Die Türkei hatte daraufhin die diplomatischen Beziehungen zu Israel herabgestuft und die Militärbeziehungen ausgesetzt.

Kein Widerstand

Anders als beim Zwischenfall an Bord der „Mavi Marmara“ hatten die gestern gestoppten Aktivisten bereits im Vorfeld angekündigt, sie würden der israelischen Marine keinen Widerstand entgegensetzen.