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Iranischer Außenminister weist IAEA-Dokumente zurück

Der Iranische Außenminister weist alle Vorwürfe zurück
(c) REUTERS (Esam Omran Al-fetori)
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Salehi fordert die Atomenergie-Agentur zu mehr Professionalität auf. Die offenbar geäußerten Verdachtsmomente hätten jedoch keine Grundlage.

Der iranische Außenminister Ali Akbar Salehi hat neue Verdachtsmomente gegen den Iran zurückgewiesen, die offenbar in einem neuen Bericht der Internationalen Atomenergie-Agentur IAEA (IAEO) geäußert werden. Der IAEA sei es freigestellt, angebliche Beweise gegen den Iran zu veröffentlichen, entsprechende Dokumente hätten jedoch keine Grundlage, erklärte Salehi am Samstag bei einer Pressekonferenz in Teheran nach Angaben des staatlichen iranischen Senders Press TV.

Teheran habe bereits in einem 117-Seiten umfassenden Dossier auf frühere Verdächtigungen geantwortet, wonach es Hinweise auf eine militärische Dimension des iranischen Atomprogramms gebe, sagte der Außenminister. Der Iran habe kein Problem mit der Veröffentlichung derartiger Dokumente, zumal sie "nicht authentisch" seien.

Nach Angaben von Diplomaten will die IAEA in ihrem neuen Bericht neue Details über das iranische Atomprogramm veröffentlichen. Dazu sollen unter anderem Informationen zählen, die auf ein Computermodell eines Atomsprengkopfes hindeuten. Auf einer Satellitenaufnahme sei weiterhin ein Stahlkörper zu sehen, in dem hochexplosiver Sprengstoff beispielsweise zur Zündung von Atombomben getestet werden könne, berichtete die dpa.

Iran wirft IAEA Parteilichkeit vor

Die IAEA sei parteilich und sollte sich dem Druck widersetzen, den gewisse Länder auf sie ausüben, meinte Salehi. Laut Nachrichtenagentur MEHR forderte er die Agentur auf, ihre Arbeit in "professioneller" Weise zu machen. Der Iran hat stets den Verdacht des Westens und Israels zurückgewiesen, heimlich an der Herstellung von Atomwaffen zu arbeiten. Das Atomprogramm diene rein friedlichen Zwecken.

Insbesondere Israel ist über die fortgesetzen Aktivitäten des Iran zur Anreicherung von spaltbarem Uran 235 besorgt. Diese Anreicherung, die in gut geschützten Anlagen stattfindet, ist die Voraussetzung für den Bau von Kernkraftwerken, aber auch von Atombomben.

(APA/Ag.)