Wiener Prediger streitet Kontakt zu Jašarević ab

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Radikale Prediger Nedžad Balkan will den Attentäter auf die US-Botschaft in Sarajewo nie in seiner Moschee in Wien Neubau gesehen haben. Zur Untermauerung seines Dementis führt er auch das Innenministerium an.

Belgrad/Wien/Ros. Als „Lüge“ bezeichnet der radikale Wiener Prediger Nedžad Balkan (Ebu Muhammed) bosnische Presseberichte, wonach der Attentäter auf die US-Botschaft in Sarajewo in seiner Moschee in Wien Neubau zum ersten Mal in Kontakt mit radikalen Islamisten gekommen sei.

„Ich kenne Mevlid Jašarević nicht. Noch kenne ich einen Glaubensbruder, der ihn je in unserer Moschee gesehen hätte“, schreibt Balkan auf der Website seiner Glaubensgemeinschaft und dementiert damit jeglichen Kontakt mit dem in Sarajewo inhaftierten 23-Jährigen: „Mevlid ist weder einer von uns noch haben wir etwas mit ihm gemein. Er hat seinen Weg und Glauben, wir unseren.“

Zur Untermauerung seines Dementis führt der frühere Kickboxer auch das österreichische Innenministerium an, das die „Radikalisierung“ von Jašarević während seiner Zeit in Österreich offiziell nicht bestätigten konnte.

 

Keine Nachtclubs besucht

Der bosnischen Zeitung „Dnevni Avaz“ hatte die in Wien lebende Mutter Jašarevićs erklärt, dass ihr Sohn erst nach Verbüßung einer Haftstrafe in Österreich 2008 in der Moschee im siebenten Bezirk (in der Nedžad Balkan früher lehrte) in Kontakt mit Islamisten getreten sei. Diese hätten ihn im selben Jahr zu einem Treffen in das nordbosnische Wahhabiten-Dorf Gorna Maoča geschickt. Danach habe sie ihren Sohn nicht mehr gesehen.

In seiner ausführlichen Erklärung weist Balkan nicht nur den Bericht, er habe in früheren Jahren regelmäßig Nachtclubs besucht, empört zurück. Auch die Behauptung eines in „Dnevni Avaz“ zitierten Geistlichen, dass er unter den Augen des österreichischen Geheimdienstes extremistisches Gedankengut verbreite, bezeichnete er als „Lüge“. Die Autoren hätten dafür keinerlei Beweise vorgelegt.