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Reaktionen: "Ein bürgerliches Trauerspiel"

ARCHIVBILD: FRITZ GRILLITSCH
(c) APA/GEORG HOCHMUTH (Georg Hochmuth)
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Die ÖVP würdigt die "herrvorragende Arbeit" des scheidenden Bauernbund-Chefs. Auch die Rechtsparteien outen sich als Grillitsch-Fans.

Die ÖVP hat dem zurückgetretenen Bauernbund-Präsidenten Fritz Grillitsch einige Tränen nachgeweint. Parteichef Michael Spindelegger dankte für die "hervorragende Arbeit" seines steirischen Parteifreunds, Wirtschaftsbundobmann Christoph Leitl würdigte, dass mit Grillitsch die Selbstständigen auf beiden Seiten näher zusammengerückt seien.

SP-Bundesgeschäftsführer Günther Kräuter hofft hingegen, dass mit Grillitsch im Agrarbereich eine "Ära des Lobbyismus für Großbauern, der Reformverweigerung und der bürokratischen Strukturbewahrung" zu Ende geht. Der Grüne Agrarsprecher Wolfgang Pirklhuber hätte künftig gerne mehr Transparenz, Offenheit und Diskursfähigkeit im gesamten agrarpolitischen Bereich.

Als Grillitsch-Fans outeten sich die Rechtsparteien. BZÖ-Mandatar erkennt ein "Primat der großkoalitionären Betonschädel innerhalb der ÖVP", durch das der Steirer Fritz Grillitsch verständlicherweise keinen Platz mehr gehabt habe. Und FPÖ-Chef Heinz-Christian Strache lockt mit einer Einladung. Er reiche all jenen ÖVP-Funktionären, die mit einem "Linksabdriften" ihrer Partei zutiefst unzufrieden seien, "die Hand, ein Stück des Weges gemeinsam zu gehen".

Der steirische ÖVP-Landesparteiobmann Hermann Schützenhöfer bedauert den Rückzug von Bauernbund-Präsident Fritz Grillitsch. Dieser habe ihn über seinen Entschluss informiert. "Ich nehme das mit Bedauern zur Kenntnis", erklärte Fritz Grillitsch.

FPÖ-Landtagsklubchef Georg Mayer erklärte, die Krise der ÖVP-Bundespartei schwappe auf die Steiermark über: "Die Steirer-VP ist im Bund vollkommen abgemeldet". "Nur keine Steirer" laute offenbar das Motto von ÖVP-Chef Michael Spindelegger, so Mayer, und erinnerte an "Martin Bartenstein, Reinhold Lopatka und Hella Ranner".

Grüne fordern Offenlegung der Finanzgebarung

Die steirischen Grünen hegten wiederum Zweifel, ob der Vortrag des deutschen Buchautors Thilo Sarrazin ("Deutschland schafft sich ab") wirklich der Grund für Grillitschs Rückzug und forderten eine Offenlegung der Bauernbund-Finanzgebarung. Landtagsabgeordneter Schönleitner bezog sich dabei auf die Finanzierung des Bauernbunds und der Bauernbund-Plattform "Forum Land": "Wieso unterhält der Bauernbund eine eigene Plattform, die zum Beispiel im Murtal vehement pro Schnellstraße S36 auftritt? Ein Transitstraßenbau ist ja nicht gerade die Rettungsebene für die Landwirtschaft".

(APA)