Kleiner Handel, große Folgen

Für die Theater sind die fetten Jahre vorbei. Das zeigt das Sparpaket der Bundesbühnen.

Die Bundestheater, bestehend aus Staatsoper, Volksoper und Burgtheater, unterzogen sich auf Wunsch von Kulturministerin Claudia Schmied einer Effizienzanalyse durch eine angesehene Wirtschaftsprüfungskanzlei, in der Hoffnung, dass es dann leichter würde, mehr Subventionen vom Staat zu bekommen. Die Wirtschaftsprüfer fanden indes ein „Optimierungspotenzial“ von 12,4 Mio. Euro. Dieser Betrag muss nun eingespart werden. Die Burg muss 3,6 Mio. Euro, die Staatsoper 6,7 Mio. Euro, die Volksoper 1,5 Mio. Euro, die Theaterservice GmbH (Werkstätten) 0,6 Mio. Euro beisteuern – alles binnen fünf Jahren.


Wer wird dieses Sparpaket umsetzen? Der langjährige Bundestheater-Holding-Chef Georg Springer. Um ihm seine haarige Aufgabe zu versüßen, hat die Ministerin Springers Vertrag neuerlich verlängert – bis 2014. Der Jurist wird dann fast siebzig sein und 16 Jahre die Bundestheater regiert haben. Dieser Handel ist also sonnenklar.

Wie aber sieht es um die Zukunft der Theater aus? Sie müssen mit weniger Geld auskommen. Sie werden mehr Unterhaltsames und Kulinarisches spielen. Sie werden höhere Kartenpreise verlangen und die Verwaltungskosten reduzieren. Vielleicht wird es irgendwann sogar passieren, dass – wie jüngst die Führung des Theaters in der Josefstadt drohte – Kündigungen ausgesprochen werden.

Die fetten Jahre sind fürs Wiener Theater vorbei. Das vor allem zeigt das jetzt beschlossene Maßnahmenpaket.

barbara.petsch @diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 11.11.2011)

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