Erklärt werden die europaweit steigenden Aktienmärkte durch positive US-Vorgaben und durch Entspannung am Markt für italienische Staatspapiere.
In einem europaweit freundlichen Börsenumfeld hat sich die Wiener Börse am Freitag im Frühhandel bei schwachem Anfangsvolumen mit deutlich festerer Tendenz gezeigt. Nach Ablauf der meisten Eröffnungsauktionen wurde der ATX um 9.45 Uhr mit 1908,74 Punkten nach 1881,42 Einheiten am Donnerstag errechnet, das ist ein Plus von 27,32 Punkten bzw. 1,45 Prozent.
Am Markt verwies man zur Erklärung für die europaweit steigenden Notierungen an den Aktienmärkten auf positive Vorgaben aus den USA einerseits und eine gewisse Entspannung am Markt für italienische Staatspapiere andererseits. Die richtungsweisende italienische Staatsanleihe mit zehnjähriger Laufzeit rentierte zuletzt deutlich unter der kritischen Marke von sieben Prozent. Italien bleibe aber weiter im Fokus, zumal der italienische Senat am Freitag über ein Maßnahmenpaket mit von der EU forcierten Wirtschaftsreformen abstimmt, hieß es.
Unter Wiener Einzelwerten führten Intercell mit einem Plus von 4,58 Prozent auf 1,87 Euro die Gewinnerliste im prime market an. Das Unternehmen hatte am Vorabend nach Börsenschluss die Zulassung seines Impfstoffes gegen die japanische Enzephalitis für endemische Gebiete in Indien bekannt gegeben.
Gefragt waren auch die zuletzt stark unter Druck geratenen Bankenwerte. In einem europaweit freundlichen Finanzsektor korrigierten Erste Group um 4,49 Prozent auf 14,44 Euro nach oben, Raiffeisen verteuerten sich um 2,23 Prozent auf 18,11 Euro. Am Vortag hatten die Titel 5,02 respektive 4,06 Prozent nachgegeben.
Versicherungswerte tendierten unterdessen ohne klare Richtung. Während Vienna Insurance um 1,70 Prozent auf 28,07 Euro zulegten, gaben UNIQA um 1,27 Prozent auf 10,12 Euro nach.
In der Gewinnzone fanden sich wiederum BWT, die nach der Vorlage der Zwischenbilanz um 1,42 Prozent auf 13,26 Euro vorrückten. Das Unternehmen hat in den ersten neun Monaten des laufenden Jahres seinen konsolidierten Konzernumsatz um 4,8 Prozent auf 361,8 Millionen Euro gesteigert, das Ergebnis vor Steuern ging indes von 26,1 Millionen Euro auf 19,8 Millionen Euro zurück. Das Konzernergebnis nach Minderheitsanteilen betrug in den ersten drei Quartalen 13,5 Millionen Euro (nach 20,0 Millionen Euro), wie das Unternehmen in der Früh mitteilte.
Aufschläge verzeichneten auch Polytec, die 2,23 Prozent fester auf 6,75 Euro notierten. Die Wertpapieranalysten der Erste Group haben ihr Kursziel für die Aktie des Autozulieferers von 13,0 auf 13,3 Euro nach oben revidiert und ihre Kaufempfehlung "buy" bestätigt. Am Vortag war Polytec im Anschluss an die Zwischenbilanzpräsentation 4,62 Prozent abgerutscht.
Verluste musste unterdessen die Frauenthal-Aktie hinnehmen, die mit einem Minus 2,70 Prozent auf 9,00 Euro die Verliererliste im prime market anführte. Auch Wolford (minus 1,44 Prozent auf 25,63 Euro) und Schoeller-Bleckmann (minus 1,06 Prozent auf 61,75 Euro) notierten klar im Minus.
Der ATX Prime notierte bei 944,97 Zählern und damit um 1,33 Prozent oder 12,4 Punkte höher. Im prime market zeigten sich 25 Titel mit höheren Kursen, elf mit tieferen und keiner unverändert. In vier Aktien kam es bisher zu keiner Kursbildung. Bis 9.45 Uhr wurden im prime market insgesamt 653.634 (Vortag:967.328) Stück Aktien in Einfachzählung mit einem Kurswert von 14,959 (20,99) Millionen Euro (Doppelzählung) gehandelt.
(APA)