Die Nachrichten aus Italien zur Verabschiedung des Stabilitätsgesetzes geben Auftrieb. Auch das europäische Umfeld zeigt sich fest.
In einem festen europäischen Umfeld hat sich die Wiener Börse auch am Freitagnachmittag bei schwachem Volumen mit fester Tendenz gezeigt. Der ATX wurde um 14.15 Uhr mit 1902,55 Punkten errechnet, das ist ein Plus von 21,13 Punkten bzw. 1,12 Prozent. Zum Vergleich: DAX/Frankfurt +1,63 Prozent, FTSE/London +0,77 Prozent und CAC-40/Paris +1,08 Prozent. Am Markt verwies man zur Erklärung für die steigenden Notierungen an den europäischen Aktienmärkten auf eine gewisse Entspannung der Situation in Italien.
Nachdem die Renditen für italienische Staatspapiere zur Wochenmitte neue Rekordhöchstwerte erreicht hatten, setzte am Vortag eine Erholung am Rentenmarkt ein, die auch zum Wochenschluss anhielt. Die Experten der Landesbank Hessen-Thüringen führen diese in ihrem täglichen Kommentar zum Aktienmarkt auf die anhaltenden Käufe der Europäischen Zentralbank (EZB) wie auch auf die besser als erwartet vonstattengegangene italienische Geldmarktauktion zurück.
Für zusätzlichen Auftrieb sorgte am frühen Freitagnachmittag schließlich die Nachricht, dass der italienische Senat dem Finanzstabilitätsgesetz mit von der EU forcierten Wirtschaftsreformen mit 156 zu 12 Stimmen zugestimmt hat.
Unter den Wiener Einzelwerten führten Erste Group mit einem satten Aufschlag von 5,14 Prozent auf 14,53 Euro die Kurstafel im prime market an. Auch Raiffeisen fanden sich mit einem Plus von 3,90 Prozent auf 18,40 Euro unter den größten Gewinnern. Unter den Versicherungswerten legten Vienna Insurance Group um 2,26 Prozent auf 28,23 Euro zu, während UNIQA 1,17 Prozent auf 10,13 Euro im Minus lagen.
Weiterhin gefragt waren auch Intercell, die einen Aufschlag um 4,47 Prozent auf 1,87 Euro verzeichneten. Der Impfstoffkonzern hatte am Donnerstag nachbörslich von einer Impfstoffzulassung in Indien berichtet.
Die Aktie des Ziegelherstellers Wienerberger notierte nach einer Studie der UniCredit indes wenig verändert um marginale 0,09 Prozent höher auf 7,97 Euro. Die Analysten hatten das Kursziel für die Aktie von 13,0 auf 11,0 Euro nach unten revidiert, die Kaufempfehlung "Buy" wurde unverändert beibehalten.
Kursverluste gab es zum Wochenschluss im Ölsektor zu beobachten. OMV gaben um 0,38 Prozent auf 23,88 Euro nach, die Aktie des Ölfeldausrüsters Schoeller-Bleckmann (SBO) musste ein Minus von 1,36 Prozent auf 61,56 Euro hinnehmen.
Das bisherige Tageshoch verzeichnete der ATX kurz vor 10.00 Uhr bei 1912,22 Punkten, das Tagestief lag gut eine Stunde später bei 1.880,41 Einheiten. Der ATX Prime notierte mit einem Plus von 1,04 Prozent bei 942,23 Zählern. Um 14.15 Uhr notierten im prime market 23 Titel mit höheren Kursen, 14 mit tieferen und einer unverändert. In zwei Aktien kam es bisher zu keiner Kursbildung.
Bis dato wurden im prime market 2.645.590 (Vortag: 3.670.023) Stück Aktien umgesetzt (Einfachzählung) mit einem Kurswert von rund 55,710 (91,27) Millionen Euro (Doppelzählung). Umsatzstärkstes Papier ist bisher Erste Group mit 438.607 gehandelten Aktien, was einem Kurswert von rund 12,54 Millionen Euro entspricht.
(APA)