Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt

Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.

Heimliche große (Raiffeisen-)Nummer

(c) APA/ROLAND SCHLAGER (ROLAND SCHLAGER)
  • Drucken

Jakob Auer steigt nach 28 Jahren im Parlament zum Bauernbund-Chef auf.

Franz Klammer fuhr noch Skirennen, die „99 Luftballons“ von Nena flogen herum: Seit dem Mai 1983 sitzt Jakob Auer, oft unbeachtet, im Nationalrat. In einem Alter, in dem andere längst in Frühpension sind, rückt der Schweinemast-Bauer aus dem 1300-Einwohner-Ort Fischlham im Bezirk Wels-Land jetzt mit 63 Jahren als Präsident des schwarzen Bauernbundes ins Scheinwerferlicht.

Heimlich ist Auer schon länger eine große Nummer: Als Aufsichtsratschef bei der Raiffeisenlandesbank Oberösterreich hatte er zuletzt bei der Nachbesetzung von Generaldirektor Ludwig Scharinger seine Hände an den Hebeln. Auer wird Lust auf mehr – auf die Nachfolge von Generalanwalt Christian Konrad – nachgesagt.

Bäuerliche Tugenden wie Fleiß und Verlässlichkeit bringt Auer mit. Im Parlament diente er ebenso brav als Schriftführer wie als Vertreter der Kommunen und als Finanzausschussobmann. Als Bauernbund-Chef gilt der verheiratete Vater zweier Söhne, dessen Eltern 1971 von Kirchberg in Tirol nach Oberösterreich übersiedelt sind, nur als Übergangskandidat. Das wäre einmal etwas wirklich Neues: Denn bis 2009 zeigte er immerhin 32 Jahre lang als Bürgermeister Durchhaltevermögen. ett

("Die Presse", Print-Ausgabe, 12.11.2011)