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Wiener Konzerthaus: Der Einsatz von Werkzeug am Konzertflügel

Symbolbild
(c) FABRY Clemens
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Thomas Larchers Klavierquintett erlebte im Mozartsaal seine österreichische Erstaufführung. Faszinierendes Spiel durfte man schon tags zuvor im Konzerthaus erleben, beim Wien-Debüt der jungen Chinesin Yuja Wang.

Für die Londoner Wigmore Hall komponiert, erlebte Thomas Larchers jüngstes Opus im Mozartsaal seine österreichische Erstaufführung. Die Konzerthausgesellschaft widmet dem Tiroler Komponisten einen eigenen Zyklus, animierte das exzellente Belcea Quartet und die Pianistin Mihaela Ursuleasa, die mehr als nur mit den Tasten gefordert ist: Zuweilen muss sie mit einem Schraubenzieher auf den Metallrahmen des Klaviers klopfen, um die rhythmische Struktur dieses dreiteiligen Werks noch zu bekräftigen. Unkonventionell auch der über die Klaviersaiten gelegte Elektrobogen, der sie dauerhaft in Schwingung hält. Larchers Stück ist durch einen steten Wechsel ruhiger Passagen mit virtuos-energetischen Episoden charakterisiert. Gewidmet hat Larcher sein Quintett dem einstigen Lehrer Heinz Medjimorec, zu dessen Schülerinnen auch Ursuleasa zählt.
Eröffnet wurde schwungvoll mit Haydns G-Dur-Quartett Hob. III/81. Dabei imponierte die Interpretation der raschen Sätze mehr als das etwas manieriert artikulierte Largo. Gleichermaßen brillant wie subtil widmete sich das Quartett, das beim Frühlingsfestival alle Beethoven-Streichquartette aufführen wird, mit der ideal harmonierenden Pianistin Schumanns Klavierquintett.

Lockerheit beim Wien-Debüt

Faszinierendes Spiel durfte man schon tags zuvor erleben, beim Wien-Debüt der jungen Chinesin Yuja Wang. Solid begleitet vom Royal Philharmonic Orchestra unter Charles Dutoit, bewältigte sie frappierend locker und mit delikatem Anschlag Rachmaninows Drittes Klavierkonzert. Schier unbegrenzte technische Möglichkeiten demonstrierte sie bei atemberaubend servierten Zugaben – darunter der „Tritsch-Tratsch-Polka“ in der teuflisch schweren Klavieradaption Georges Cziffras und Liszts ebenso anspruchsvoller Transkription von „Gretchen am Spinnrade“. dob