Vienna Insurance Group blickt vorsichtig auf das Ende des Geschäftsjahres. Gewinnprognose kann der Konzern nicht mehr garantieren. In Osteuropa legen Prämieneinnahmen zu, das Geschäft in Österreich schwächelt.
Wien/Nst/Ag. Die Vienna Insurance Group blickt vorsichtig auf das Ende ihres laufenden Geschäftsjahres. „Wir nehmen zwar keine Vorhersagen zurück, wir sind aber nicht in der Lage, immer zu sagen, wir können es garantieren“, sagt Generaldirektor Günter Geyer anlässlich der Ergebnispräsentation für das dritte Quartal. Immerhin befinde man sich in einem „dramatischen wirtschaftlichen Umfeld“, so Geyer.
Die größte Versicherung des Landes hat im laufenden Geschäftsjahr stets betont, im Gesamtjahr einen Vorsteuergewinn von plus zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr erwirtschaften zu wollen. 2010 lag das Vorsteuergebnis bei rund 508 Mio. Euro.
Das vergangene dritte Quartal hat die Versicherung unter anderem dazu genutzt, einen Teil seiner Investitionen in Staatsanleihen der Problemstaaten PIIGS (Portugal, Irland, Italien, Griechenland, Spanien) abzuschreiben. Griechische Anleihen stehen nun mit 50 Prozent ihres Werts in den Büchern der Assekuranz. Im dritten Quartal gab es eine Abschreibung von 30 Prozent, italienische Schuldentitel wurden um zehn Prozent wertberichtigt.
Weniger Österreich-Geschäft
In Summe ist die Assekuranz mit 93,2 Mio. Euro in diesen Ländern engagiert. Per Ende Juni lag der Buchwert bei 109 Mio. Euro. Zum Vergleich: Das Italien-Engagement der Uniqa-Versicherung erreichte zuletzt 930 Mio. Euro.
In den ersten drei Quartalen konnte die Vienna Insurance ihre Prämieneinnahmen um vier Prozent auf 6,8 Mrd. Euro steigern. Der Periodenüberschuss erhöhte sich um 8,4 Prozent auf 336,4 Mio. Euro. Während das Geschäft in Österreich um 2,2 Prozent rückläufig war, legte die Region CEE um 12,5 Prozent zu.
Mittlerweile kommen rund 52 Prozent der Prämieneinnahmen aus dieser Region. In Österreich hat das Segment Lebensversicherungen besonders gelitten (minus 12,4 Prozent). Zurückzuführen ist das etwa auf eine gesetzliche Änderung der Bindungsfristen im Geschäft mit Einmalerlägen.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 16.11.2011)