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Westbahn: Streit um Rauchverbot im Zug

Westbahn Streit Rauchverbot
(c) APA (Ernst Weiss)
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Die neue Westbahn, die im Dezember ihren Betrieb aufnimmt, bietet eigene Raucherbereiche an. Laut Tabakgesetz gilt aber generelles Rauchverbot.

Die neue Westbahn, die ab 11. Dezember 2011 auf der Westbahnstrecke ihren Betrieb aufnimmt, bietet Passagieren einen eigenen Raucherbereich an. Wer also zwischen Wien und Salzburg bei exakt zwei Stunden 59 Minuten Fahrzeit nicht auf Nikotin verzichten mag, kann seinem Laster in einem abgetrennten Raucherbereich mit eigener Lüftung in einem der sechs Wagen jedes Westbahnzuges frönen.

Das Gesundheitsministerium sieht dafür allerdings keine Rechtsgrundlage: Es gelte ein generelles Rauchverbot in öffentlichen Orten - auch im Zug.

"In allen Zügen gilt generelles Rauchverbot"

Das österreichische Tabakgesetz sehe ein generelles Rauchverbot in öffentlichen Orten vor, "dazu zählen auch die Verkehrsmittel", betont das Gesundheitsministerium in einer der APA übermittelten Stellungnahme zur Westbahn. Einzige Ausnahme seien Gastronomiebetriebe, wo es unter ganz strengen Bedingungen eigene Raucherzimmer geben dürfe.

"Das Gesundheitsministerium geht davon aus, dass in allen Zügen - wie es ja in der ÖBB der Fall ist - ein generelles Rauchverbot gilt". Auch in der Straßenbahn dürfe man ja nicht rauchen, so eine Sprecherin des Ministeriums. Das Tabakgesetz sehe diverse Sanktionen vor.

"Als ehemaliger Raucher weiß ich, wie hart es sein kann durchzuhalten", meinte Wehinger im "Standard"-Chat. Er hat die geplanten Raucherbereiche als "ideale Lösung" verteidigt: "Ohne die anderen Kunden oder die Mitarbeiter im geringsten zu stören, können Fahrgäste bei uns in der Raucherinsel ihrer Sucht frönen."

Westbahn-Chef machte ÖBB einst rauchfrei

Die ÖBB sind übrigens seit 1. September 2007 völlig rauchfrei. Eingeführt wurde dies ausgerechnet vom nunmehrigen Westbahn-Geschäftsführer Stefan Wehinger, damals noch Vorstandsdirektor der ÖBB Personenverkehr AG. "Wir handeln mit der Umstellung im Interesse unserer Kunden und verbessern den Reisekomfort für die nicht rauchenden Fahrgäste", begründete Wehinger damals in einer Aussendung das Rauchverbot. Die ÖBB folgten damit einem europäischen Trend, die gekennzeichneten Raucherabteile seien außerdem nicht ausgelastet, argumentierte er.

Eine Wiedereinführung von Rauchbereichen kommt für die ÖBB nicht infrage. "Die damalige Entscheidung von Stefan Wehinger ist ja auf Kundenwunsch erfolgt und hat sich sehr bewährt", so eine ÖBB-Sprecherin. Die Kunden würden rauchfreies Reisen mit dem Zug schätzen. "Wir setzen auf jeden Fall weiter auf Bahnfahren ohne Rauchsignale."

(APA)