Nach neun Monaten verzeichnet die Fluggesellschaft einen Nettoverlust von 134 Mio. Euro. Der strenge Wettbewerb und der hohe Ölpreis werden dafür verantwortlich gemacht.
Die Fluggesellschaft Air Berlin, in Österreich Eigentümerin der von Niki Lauda gegründeten Fluggesellschaft Niki (flyniki), fliegt in diesem Jahr nach eigener Einschätzung noch tiefer in die roten Zahlen. Angesichts der unsicheren wirtschaftlichen Entwicklung und nicht kalkulierbarer Buchungszahlen könne das operative Ergebnis (EBIT) aus dem Vorjahr nicht erreicht werden, teilte das Unternehmen mit. 2010 hatte Air Berlin einen operativen Verlust von 9 Millionen Euro verbucht, unter dem Strich stand sogar ein Minus von 97 Millionen Euro. Auch im dritten Quartal schnitt Deutschlands zweitgrößte Fluggesellschaft schlechter ab als ein Jahr zuvor.
Ticketsteuer reißt Loch in Air Berlin-Kasse
Für die Entwicklung machte der neue Air-Berlin-Chef Hartmut Mehdorn vor allem die deutsche Ticketsteuer verantwortlich. Durch den harten Wettbewerb sei es unmöglich, die Steuer an die Kunden weiterzugeben. Auch der hohe Ölpreis sowie die Streikdrohungen der deutschen Fluglotsen hätten ein besseres Ergebnis verhindert. Das Sanierungsprogramm, in dessen Zuge Air Berlin die Flotte verkleinert und unrentable Strecken streicht, soll die Kosten im kommenden Jahr um 200 Millionen Euro senken.
Unter dem Strich verzeichnete Air Berlin im wichtigen Sommerquartal von Juli bis September nur einen Nettogewinn von 30 Millionen Euro. Ein Jahr zuvor war es fast viermal so viel gewesen. Der operative Gewinn sank um 43 Prozent auf 97 Millionen Euro. Der Umsatz legte hingegen um 11 Prozent auf fast 1,4 Milliarden Euro zu. In den ersten neun Monaten hat Air Berlin damit einen Nettoverlust von 134 Millionen Euro verbucht. Der operative Verlust lag bei 124 Millionen Euro.
(APA)