Umstrittene Aussagen: IWF-Direktor Borges tritt zurück

Antonio Borges ist als Europadirektor des IWF zurückgetreten
Antonio Borges ist als Europadirektor des IWF zurückgetreten(c) EPA (Michael Reynolds)
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Im Oktober hatte Borges in einem Interview den Kauf von Staatsanleihen der Euro-Krisenländer erwogen. Nachfolger soll Reza Moghadem werden.

Der Europadirektor des Internationalen Währungsfonds, Antonio Borges, ist mit sofortiger Wirkung zurückgetreten. Der IWF teilte am Mittwoch mit, dass Borges private Gründe für seinen Schritt angegeben habe. Reza Moghadam, derzeit Direktor der Strategie-Abteilung beim IWF, soll Nachfolger des Portugiesen werden und seinen neuen Posten bereits an diesem Donnerstag antreten. IWF-Chefin Christine Lagarde habe den Verwaltungsrat entsprechend informiert.

Borges hatte Anfang Oktober öffentlich erörtert, dass der IWF spanische oder italienische Staatsanleihen kaufen könnte, um deren Finanzierungsprobleme zu begrenzen. Der Fonds könnte neben dem reformierten Euro-Rettungsschirm EFSF Anleihen etwa von Spanien oder Italien erwerben, wenn es nötig sei, um das Marktvertrauen in diese Papiere zu stärken, sagte er. Er hatte seine Äußerungen dann dahingehend ergänzt, dass der IWF nur Geld an Länder ausleihen könnte und nicht in den Anleihemärkten direkt intervenieren werde.

Borges hatte die Europaabteilung vor einem Jahr unter Lagardes Vorgänger Dominique Strauss-Kahn übernommen. Lagarde würdigte die Verdienste des einstigen Direktors von Goldman Sachs International insbesondere mit Blick auf die Eurokrise. Von Analysten wurde der Wechsel begrüßt. Der neue IWF-Europadirektor Moghadam sei ein "sehr glaubwürdiger und mächtiger Insider", sagte Eswar Prasad, früher selbst beim IWF und jetzt beim Think Tank Brookings Institution in Washington.

(APA)

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