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Fußball-EM: Ukraine stoppt Massentötung von Hunden

Proteste gegen Hundetoetungen in der Ukraine
(c) AP (Efrem Lukatsky)
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Nach heftigen Protesten lenkt das Gastgeberland der EM 2012 ein: Statt streunende Hunde umzubringen, sollen nun Tierheime gebaut werden. In Kiew wurde indes ein grausamer Tiermörder verhaftet.

Aus dem Straßenbild ukrainischer Städte sind sie fast schon gänzlich verschwunden: die sonst so zahlreich herumstreunenden Hunde. Im Zuge der Vorbereitung auf die Fußball-Europameisterschaft im kommenden Jahr hat das Co-Gastgeberland Ukraine die Streuner mit brutalen Massentötungen stark dezimiert.

Als die Details der Massentötungen publik wurden, erhob sich ein gewaltiger Proteststurm gegen die Ukraine. Zahlreiche Organisationen, Blogs und Facebook-Gruppen riefen gar zu einem Boykott der Fußball-EM auf. Nun scheint das Land einzulenken. Kiewer Medien berichteten am Donnerstag, das Umweltministerium der Ex-Sowjetrepublik habe alle Kommunen des Landes aufgefordert, das Vergiften der Streuner einzustellen. Stattdessen sollen un Tierheime eingerichtet werden.

Zuvor hatten die Kommunen gemeint, man wolle vor dem Turnier die Straßen "sicherer" machen. In der Folge machten Berichte von fahrbaren Krematorien und lebendigem Begraben in Massengräbern die Runde. Auch wenn die Massentötungen nun eingestellt werden sollten, kommt die Maßnahme wohl für die meisten der streunenden Vierbeiner zu spät.

Das Vorgehen gegen streunende Tiere vor sportlichen Großveranstaltungen hat mittlerweile schon fast Tradition: Auch Athen (vor Olympia 2004) und Peking (vor Olympia 2008) griffen schon zu brutalen Massentötungen.

Über 100 Hunde aufgeschlitzt

In Kiew wurde unterdessen ein Mann festgenommen, der mehr als 100 Hunde grausam getötet haben soll. Der 19-Jährige habe die Vierbeiner nach ersten Ermittlungen mit einem Messer aufgeschlitzt und Fotos davon im Internet veröffentlicht, wurde ein Polizeisprecher von der Presse zitiert. Als Grund habe er genannt, er sei einmal von Hunden angefallen worden und habe sich "rächen" wollen. Dem Mann drohen eine Geldstrafe in Höhe von umgerechnet 72 Euro oder sechs Monate Haft.

In der Diskussion um Straßenhunde bot Maja Prinzessin von Hohenzollern vom Europäischen Tier- und Naturschutz-Verein der Ukraine mobile Krankenwagen an. Darin könnten westeuropäische Ärzte die Hunde sterilisieren, sagte sie bei einem Gespräch mit dem Kiewer Vize-Bürgermeister Alexander Mazurtschak. Mazurtschak lehnte das ab. Es gebe bürokratische Hürden für ausländische Ärzte in der Ukraine, sagte er.

(Ag./Red.)