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Luxus vor und nach dem Après-Ski

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Luxus vor und nach dem Après-SkiBilderbox
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Winterresidenzen. Mit Ausblick auf die weiße Piste ist die kalte Jahreszeit gleich gar nicht mehr so schlimm: Urlaubsimmobilien in den Ski-affinen Bundesländern – eine Rundschau.

Direkte Anbindung an die Skipiste: Das ist das Kriterium schlechthin, wenn es um die Wahl einer Ferienimmobilie für Wintertage geht. In Salzburg sind es vor allem Urlauber aus den Niederlanden und Großbritannien, die diese Annehmlichkeit zu schätzen wissen. „Die Engländer haben Salzburg vor drei, vier Jahren entdeckt und sind meiner Beobachtung nach sehr auf unsere Region fixiert. Waren sie früher eher nach Frankreich orientiert, kommen sie jetzt zu uns wegen der Preise – und weil der Film ,Sound of Music‘ immer noch wirkt“, erzählt Immobilienmaklerin Ria Haunsperger. Auch den Holländern gefällt es hier, vor allem deshalb, „weil sie unsere stabile, solide Bauweise mögen“. Das Preis-Leistungs-Verhältnis sei angemessen, denn „wir sind schließlich nicht Kitzbühel“. Trotzdem: Drei Schlafzimmer und zwei Badezimmer sind das Minimum, das sich die Skifahrerklientel erwartet; Sauna und Infrarotkabine sind ebenfalls gerne gesehen. „Ein Spa muss nicht unbedingt sein“, so Haunsperger.

Die „Flachauresidenz“ direkt an Hermann Maiers Übungshang in der Sportwelt Amadé ist so ein Objekt. Jedes Schlafzimmer verfügt über Balkon und/oder Terrasse, das Ambiente ist ländlich-modern, und sowohl die Festspielstadt Salzburg als auch Italien, Thermen und Golfplätze liegen in relativ komfortabler Nähe. Ein Apartment mit Terrasse und Garten zwischen 50 und 60Quadratmetern Wohnfläche ist für etwas mehr als 200.000 Euro zu haben. Für das Doppelte und mehr an Platz sollte die Kasse schon mit knapp 700.000Euro gefüllt sein. Noch sind Wohnungen frei.

Live beim Nachtslalom

Wer sich bereits jetzt für die Alpine Ski-WM 2013 in Schladming in Stellung bringen möchte, könnte sich für „Wohnen an der Planai“ interessieren. Im Oktober 2011 wurde damit begonnen, Eigentumswohnungen von 50 bis 100Quadratmetern samt Terrasse oder Balkon an der Strecke zu bauen, die seit Jahren Austragungsort für den Nachtslalom ist. Die kleinste Einheit in dem mit Fernwärme beheizten Objekt ist ab 194.000 Euro zu haben. 100 Quadratmeter kosten 555.000 Euro.

Nach den Arlberglodges stehen die Mountainlodges in der Marktgemeinde Mayrhofen im Zillertal kurz vor dem Bezug. Architekt Karl Fahrner, Geschäftsführer der OFA Group, erzählt: „Neben der Lage und dem alpinen Flair der Immobilie ist den Interessenten auch das Service sehr wichtig. In Mayrhofen kümmert sich eine eigene Betreibergesellschaft um die Vermietung ebenso wie ums Frühstück, sorgt für einen gepflegten Garten und wechselt auf Wunsch sogar die Glühbirne.“

Interessenten entscheiden sich oft auch aus einem Anlegergedanken heraus für eine solche Immobilie. Denn: „Sie wollen sie nicht nur selbst nutzen, sondern auch vermieten.“ Umso wichtiger ist die gediegene Ausstattung, die zu „100Prozent ,löffelfertig‘ an den Besitzer übergeben wird. Darunter verstehen wir, dass er sogar den Kaffeelöffel vorfindet, wenn er einzieht“, erläutert Fahrner. Auch verfügen die Lodges über einen Spa-Bereich mit Sauna und Infrarotkabinen. Während der Immobilienkäufer am Arlberg hauptsächlich die Wintersaison nützt, schafft man sich im Zillertal durchaus eine Wohnung für zwei Jahreszeiten an, und zwar um „netto 3800Euro pro voll ausgestattetem Quadratmeter. Nach oben hin ist natürlich alles möglich.“

Wer auf den Arlberg besteht, könnte ein wenig Abstand vom Hotspot nehmen – und dadurch an Vielfalt gewinnen, auch im Sommer. Denn das „obere Gericht“, wie das Gebiet westlich von Innsbruck im Bezirk Landeck genannt wird, bietet auch in der wärmeren Jahreszeit einiges. Ein Ausgangspunkt für Wanderungen und Mountainbike-Touren könnte die Alpenresidenz „Grinnerhof“ sein, vor allem auch deshalb, weil sie als Freizeitwohnsitz gewidmet ist. „In Tirol ist das Angebot an Ferienimmobilien für EU-Bürger mit der sogenannten ,Freizeitwohnsitzwidmung‘, die den EU-Bürgern einen Kauf in Tirol ermöglicht, sehr begrenzt“, erklärt Luca Scoppetta, Makler bei S Real Immobilien. Ruhig und doch zentral, nur wenige Autominuten von Landeck und den bekannten Ski- und Erholungsorten Ischgl, Serfaus, St. Anton oder dem schweizerischen Engadin entfernt, sind die Wohnungen zwischen 38 und 70 Quadratmetern ab 177.000 Euro zu haben.

Neben der Nähe zu den Skigebieten wird „Wellness zur Erholung nach sportlicher Betätigung sehr geschätzt, es genügt aber, wenn dies zum Beispiel im Haus angeboten wird.“ Dazu reihen sich gute Innenausstattung, schöne Aussicht auf die umliegende Bergwelt und typisch tirolerische Umgebung. Aber Luxus kann auch manchmal bedeuten, etwas nicht zu haben, so Scoppetta: „Das heißt kein Garten, also keine Arbeit.“

Kärnten lockt

Während weder in Salzburg noch in Tirol der Zusatznutzen einer Therme das Interesse an hochwertigen Immobilien beeinflusst, sieht die Lage in Kärnten etwas anders aus. Beispiel Bad Kleinkirchheim. „Es ist und bleibt mit den Thermen, Skipisten, Langlaufloipen sowie dem Golfplatz, unweit des Nationalparks Nockberge und des Millstättersees, ein interessanter Ort, um Urlaub zu machen und in Immobilien zu investieren“, sagt Martin Nedwed, Geschäftsführer der Nedwed Immobilien Group. Bei Wohnungen muss man zwar mit Quadratmeter-Preisen bis zu 4500 Euro rechnen. Trotzdem: „Für Italiener, die den Großteil unseres Zweitwohnsitzpublikums ausmachen, sind diese Preise im Vergleich mit den italienischen Skiorten noch leistbar.“ Sie erwarten von einer Immobilie dieses Ausmaßes weniger die Rendite; vielmehr „ist die Art und Weise der Verbauung, die Auswahl der Materialien und auch die Exklusivität in Bezug auf Nachbarn ein Richtwert“. Gegeben ist das beispielsweise bei der Residenz Römerbad. Eine Wohnung mit 90 Quadratmetern Fläche, 50Quadratmetern Terrasse, Garten und Garage – das alles gegenüber der Kaiserburgbahn und der Therme Römerbad – ist um 450.000 Euro zu haben.

 

WEITERE INFORMATIONEN UNTER:

www.nedwed.at

www.riareal.at

www.mountainlodges.at

www.sreal-immobilien.at

("Die Presse", Print-Ausgabe, 19.11.2011)