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Facebook: Alle Menschen über 4,74 Ecken mit einander verbunden

Facebook CEO Mark Zuckerberg delivers his keynote address at the Facebook f8 Developers Conference in
(c) REUTERS (Robert Galbraith)
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In einer Studie wurden die Beziehungen von 721 Millionen Nutzern untersucht. Dabei zeigte sich, dass man nur über wenige Bekanntschaften von jeder beliebigen Person entfernt ist.

Das Social Network Facebook hat die immense Zahl seiner Nutzer dazu genutzt, um eine Untersuchung durchzuführen. Dabei zeigte sich, dass sich alle Menschen über durchschnittlich 4,74 Ecken kennen. Bisher war man davon ausgegangen, dass es sechs Bekanntschaften benötigt, über die beliebige Personen auf der Welt mit einander verbunden sind. Bricht man die Zahlen auf einzelne Länder herunter, sind es noch weniger  Facebook untersuchte dazu das Beziehungsgeflecht von 721 Millionen Nutzern, mehr als ein Zehntel der Weltbevölkerung. Für die Berechnungen wurde ein Algorithmus der Universität Milan verwendet.

Von der Tundra in den Dschungel

"Wenn wir die entfernstesten Facebook-Nutzer in der sibirischen Tundra oder dem peruanischen Regenwalt ansehen, kenn vermutlich ein Freund deines Freundes einen Freund von deren Freunden", schreibt Facebook in einem Blogeintrag. Gleichzeitig fand das Unternehmen heraus, dass der durchschnittliche Facebook-Nutzer 190 Freunde besitzt. Nur zehn Prozent der Nutzer besitzen weniger als zehn Freunde. Allerdings muss man beim Wort "Freund" die Unterscheidung treffen, was Facebook darunter versteht, und was außerhalb des Netzwerks darunter verstanden wird.

Jahrzehnte alte Hypothese

Facebook basiert seine Studie auf eine Untersuchung von Stanley Milgram aus den 1960er-Jahren. Er führte damals das "Kleine-Welt-Experiment" mit 296 Freiwilligen durch. Sie sollten eine Nachricht an eine bestimmte Person schicken. Das durften sie aber nicht direkt machen, sondern über eigene Bekanntschaften die Nachricht nur an Personen weiterleiten, die man näher an der Zielperson vermutete. Im Durchschnitt benötigte es 5,2, Personen, um die Nachricht an den Empfänger zu liefern. 

"Fünf Welten entfernt"

Milgram wertete damals seine Ergebnisse positiv und negativ zugleich. Einerseits sei es interessant, dass man mit nur wenigen sozialen Verbindungen jede beliebige Person auf der Welt erreichen könne. Andererseits sei es ein Beweis für die psychologische Distanz. Im Durchschnitt seien wir "fünf Welten voneinander entfernt". Mit Facebook wurde diese Zahl zumindest ein wenig reduziert.

(db)