Der Andrang auf die Mindestsicherung, die frühere Sozialhilfe, ist in Wien klar am stärksten. Viel mehr Empfänger als in Niederösterreich. Die ÖVP vermutet Missbräuche bei der Sozialhilfe.
Wien/Red. Der Andrang auf die Mindestsicherung, die frühere Sozialhilfe, ist in Wien klar am stärksten. Mehr als 70.000 der insgesamt etwa 120.000Bezieher wurden dort heuer verzeichnet. Das ist rund sechsmal so viel wie in Niederösterreich mit gut 11.000 Beziehern. Diese großen Differenzen sind auch der Grund, warum auf Betreiben der ÖVP, die Missbräuche vermutet, die Entwicklung untersucht wird. In Niederösterreich wird betont, dass das Land bei Bewilligungen restriktiver vorgehe.
Dazu kommt, dass Wien großzügiger ist: Die rot-grüne Stadtregierung hat trotz des wachsenden Schuldenberges der Stadt die Richtsätze für Kinder seit März von 143 auf 203 Euro im Monat erhöht. Bundesweite Vergleiche mit allen Bundesländern fehlen noch, weil etwa Oberösterreich die Mindestsicherung erst heuer im Oktober eingeführt hat, während dies in Wien, Niederösterreich und Salzburg im September 2010 erfolgt ist.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 25.11.2011)