Die Neuausrichtung des Konzerns hat den Verkauf der Tochter Mannheimer zur Folge. Abschreibungen drücken das Ergebnis. Für das Gesamtjahr bleibt der Ausblick weiterhin negativ.
Wien/Nst/Apa. Erst im heurigen Juni hatte die heimische Uniqa-Versicherung ihre Neuausrichtung verkündet. Nun wurde ein erster großer Schritt in diese Richtung gesetzt. Die Assekuranz hat am Donnerstag bekannt gegeben, ihren Anteil von 91,7Prozent an der deutschen Mannheimer-Gruppe an den Versicherungsverbund „Continentale“ verkaufen zu wollen. Wann das Closing stattfindet, hängt unter anderem von der Entscheidung der Kartellwächter ab. Von diesen erwarte man aber keine Probleme, heißt es vom Konzern. Über den Preis wurde jedenfalls Stillschweigen vereinbart, um einen Notverkauf würde es sich aber nicht handeln.
Die Mannheimer wurde im Jahr 2004 von der Uniqa vor ihrem Untergang gerettet. Bereits damals war die Uniqa mit rund 20Prozent am Unternehmen beteiligt, über eine Kapitalerhöhung von rund 80 Mio. Euro sicherte man sich schließlich die Mehrheit. Die Mannheimer war in Schieflage geraten, weil sie sich mit dem Einstieg in den Markt für fondsgebundene Lebensversicherungen verhoben hatte. Die Verträge mussten damals einst von einer Auffanggesellschaft gerettet werden.
Der neue Uniqa-Vorstand, Andreas Brandstetter, hatte bei seinem Amtsantritt verkündet, sich künftig verstärkt auf Osteuropa und das Kerngeschäft konzentrieren zu wollen. „Es gibt keine heiligen Kühe“, sagte er damals. Was andere Beteiligungen betrifft, werde es künftig daher noch die ein oder andere Entscheidung geben, sagt ein Uniqa-Sprecher nun.
Ausblick bleibt negativ
Der Konzern verkündete am Donnerstag jedoch nicht nur den Verkauf der Mannheimer, sondern auch ihr Ergebnis für die ersten neun Monate des Geschäftsjahres. Weil die Assekuranz ihre griechischen Staatsanleihen per Ende September auf den Marktwert abgeschrieben hat, ist das Konzernergebnis nun auch deutlich negativ: Es beträgt minus 120 Mio. Euro, nach plus 36 Mio. Euro im Vorjahreszeitraum. Das verbleibende Griechenland-Exposure beläuft sich auf rund 170 Mio. Euro.
Für das Gesamtjahr bleibt der Ausblick weiterhin negativ. Treten keine weiteren Katastrophen – etwa auf dem Aktienmarkt oder durch Naturgewalten – ein, wird das Ergebnis minus 250 bis minus 300 Mio. Euro erreichen. Auch die Neuausrichtung belastet die Ertragssituation. Im September hatte das Unternehmen bekannt gegeben, 600 Jobs in der Verwaltung zu streichen.
Die Aktie – der Streubesitz ist gering – reagierte kaum, sie kostete am Donnerstag rund zehn Euro.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 25.11.2011)