Hohe Beteiligung an Parlamentswahl in Ägypten

Hohe Beteiligung Parlamentswahl aegypten
(c) AP (Manu Brabo)

Die Wahllokale schließen nach einer zweistündigen Verlängerung. Zwischenfälle gab es bisher nicht. Das Endergebnis wird erst für Mitte Jänner erwartet.

Bei der ersten Wahl nach dem Sturz von Präsident Hosni Mubarak hat es am Montag in Ägypten offenbar eine hohe Beteiligung gegeben. Die Wahlkommission verlängerte deshalb die Öffnungszeit der Wahlbüros. Diese schlossen um 21.00 Uhr Ortszeit, zwei Stunden länger als ursprünglich vorgesehen. Am Dienstag werden die Abstimmungslokale erneut geöffnet sein. Nach Angaben der Wahlkommission wurden zunächst keine Zwischenfälle beim Ablauf der Parlamentswahl bekannt.

Bei der Wahlkommission gingen vor allem Beschwerden gegen die islamistische Partei für Freiheit und Gerechtigkeit und die radikal-islamistische Partei Al-Nur ein. Beiden Parteien wurde vorgeworfen, sie hätten Wähler mit eigenen Fahrzeugen eingesammelt, um sie zu den Urnen zu bringen. Die Partei für Freiheit und Gerechtigkeit, die aus der Muslimbruderschaft hervorgegangen ist, soll in einzelnen Bezirken Essen an die Wähler verteilt haben. Nach Angaben der Wahlkommission fiel die Wahl in elf Wahllokalen am Montag aus, weil die als Wahlleiter berufenen Richter nicht erschienen.

Ergebnisse erst im Jänner

Rund 40 Millionen Wahlberechtigte dürfen über insgesamt 498 Mitglieder des Abgeordnetenhauses abstimmen, zehn weitere Parlamentarier benennt die Armee. Die jahrzehntelang verbotenen Muslimbrüder gehen als Favoriten ins Rennen. Das neue Parlament wird in einer monatelangen Prozedur gewählt. Insgesamt dauert der erste Urnengang in mehreren Schritten knapp sieben Wochen, das Endergebnis wird für Mitte Jänner erwartet. Erst danach werden bis Mitte März die Mandate für die zweite Kammer vergeben.

Derzeit herrscht in Ägypten ein Militärrat, der vor wenigen Tagen Kamal al-Ganzouri als Übergangsregierungschef einsetzte. Zehntausende Demonstranten forderten in den vergangenen Tagen den Rücktritt des Rats. Bei gewaltsamen Auseinandersetzungen wurden Dutzende Menschen getötet.

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