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Insider: Italien fühlt beim IWF wegen Finanzhilfe vor

Mario Monti
Italiens Premier Mario Monti(c) EPA (Maurizio Brambatti)
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Die neue Regierung diskutiert angeblich über ein Hilfeersuchen an den Währungsfonds – vor dem 5. Dezember will sie es allerdings nicht stellen.

Italien hat nach Informationen von mehreren Eingeweihten beim Internationalen Währungsfonds (IWF) erste Gespräche über Finanzhilfen in der Schuldenkrise geführt. Der Beitrag des Fonds könne womöglich um Kredite nationaler Zentralbanken der Euro-Zone aufgestockt werden, eine Entscheidung sei aber noch nicht gefallen, sagten mehrere mit dem Vorgang Vertraute der Nachrichtenagentur Reuters. Der neu gewählte Regierungschef Mario Monti werde keine Hilfeersuchen an den IWF vor dem 5. Dezember stellen, wenn er seinem Kabinett den Entwurf für den Haushalt 2012 vorlegen werde.

Die Gespräche über Hilfskredite für Italien liefen schon seit Wochen auf höchster Ebene. Seit einer Woche sei Fahrt in die Beratungen gekommen, da Deutschland klargestellt habe, dass die Europäische Zentralbank Rom nicht direkt unter die Arme greifen dürfe.

400 Milliarden im Gespräch

Ein Sprecher des IWF und auch das italienische Finanzministerium dementieren die Gerüchte."Die Diskussion dreht sich derzeit um ein Notpaket von 400 Milliarden Euro. Italien hat keinen Antrag gestellt, aber es läuft in diese Richtung", sagte hingegen einer der Eingeweihten. Dem IWF stehen insgesamt 380 Milliarden Dollar (285 Milliarden Euro) an Kreditvolumen für Länder in Not zur Verfügung. Unter den führenden Industrie- und Schwellenländern wird aber bereits über eine Aufstockung der Mittel des IWF diskutiert. Nach den jetzt diskutierten Plänen würde der IWF Italien 100 Milliarden Euro Kredit geben, Notenbanken der Euro-Länder sollten die übrigen 300 Milliarden Euro beisteuern. Das sagte ein führender Vertreter des IWF.

Die Euro-Finanzminister diskutierten unterdessen über eine stärkere Beteiligung des IWF an Rettungsaktionen für die Euro-Länder. Hintergrund der Bemühungen ist die Sorge, dass der Euro-Rettungsfonds EFSF selbst nach einer Verstärkung durch Gelder privater Investoren nicht genug Mittel hat, um ein Schwergewicht wie Italien zu retten. Bisher übernimmt der Fonds ein Drittel der Kredite, und die Euro-Länder stellen zwei Drittel.

(APA)