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Ägypten-Wahl: Muslimbrüder in Führung

(c) AP (Manu Brabo)
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Die Islamisten erreichten 40 Prozent. Kairo und acht weitere Provinzen haben gewählt, die restlichen 18 Provinzen sollen am 14. Dezember und am 3. Jänner folgen.

Wien/Sig/Apa. Die Muslimbrüder gingen mit rund 40 Prozent der Stimmen als Sieger aus der ersten Runde der ägyptischen Parlamentswahl hervor. Das meldete der Fernsehsender al-Jazeera am Mittwoch. Die säkulare „Ägyptische Allianz“ ist mit 15 Prozent der Stimmen auf Platz zwei, es folgen die radikal-islamische Partei al-Nur mit acht und die liberale Wafd mit fünf Prozent.

Kairo und acht weitere Provinzen haben gewählt, die restlichen 18 Provinzen sollen am 14. Dezember und am 3. Jänner folgen. Es wird erwartet, dass sich die bei der Bevölkerung bekannten Muslimbrüder sowie Vertreter aus dem Umfeld Mubaraks durchsetzen. Wenn die Muslimbrüder in den anderen beiden Wahlrunden auf ein ähnliches Ergebnis kommen wie in der ersten Wahlrunde, könnten sie einen mächtigen Block gegen die Militärherrschaft bilden. Diese soll noch an der Macht bleiben, bis – voraussichtlich im Juni 2012 – ein Präsident gewählt wird.

 

Fast 80 Verletzte

Dienstagabend kam es kurz vor Schließung der Wahllokale in Kairo zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und Straßenhändlern. Augenzeugen berichteten, die Protestierenden wollten die Händler vom Tahrir-Platz vertreiben. Beide Seiten warfen Steine und Sprengsätze, es gab fast 80 Verletzte. Mohamed ElBaradei, der Reformpolitiker und Ex-Chef der Internationalen Atomenergiebehörde, verkündete über „Twitter“, „Schläger“ hätten die Demonstranten angegriffen. Mit dem Begriff sind gewalttätige Anhänger des gestürzten Präsidenten Mubarak gemeint.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 01.12.2011)