Thyssen schreckt mit Milliardenverlust

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Symbolbild(c) AP (FRANK AUGSTEIN)
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ThyssenKrupp schreckt Aktionäre mit schlechten Nachricht. Dem Konzern machen Kostenüberschreitungen in Amerika, die Abwertung der zum Verkauf stehenden Edelstahlsparte und die schlechte Konjunktur zu schaffen.

Frankfurt/ag./b. L. Der Industriekonzern ThyssenKrupp hat seine für kommenden Dienstag vorgesehene Präsentation der Bilanzzahlen für das abgelaufene Geschäftsjahr (per Ende September) überraschend auf Freitag vorgezogen und schreckte seine Aktionäre mit einer schlechten Nachricht: Wegen hoher Abschreibungen musste man einen Verlust von 1,783 Mrd. Euro verbuchen. Im Vorjahr gab es noch einen Gewinn von 927 Mio. Euro. Der Umsatz kletterte um 15 Prozent auf 49 Mrd. Euro.
Ursache für den unerwartet hohen Verlust waren Wertberichtigungen von 2,1 Mrd. Euro bei Steel Americas (vor allem wegen Kostenüberschreitungen beim Bau von neuen Werken in Brasilien und den USA) und 800 Mio. Euro bei der Edelstahlsparte Inoxum. Die Mehrkosten könnten kurzfristig nicht kompensiert werden, hieß es. Dazu trage auch die erneute Schwäche der Absatzmärkte in Europa und den USA bei.

Amerika-Chef muss gehen

Nun muss der zuständige Amerika-Chef Hans Fischer den Hut nehmen. Stattdessen soll der für alle Stahlaktivitäten im Konzern verantwortliche Edwin Eichler auch der Sparte Steel Americas vorstehen. Der Verkauf der Edelstahlsparte soll in den nächsten zwölf bis 18 Monaten über die Bühne gehen. Möglich wäre auch ein Börsegang, eine endgültige Entscheidung ist noch nicht gefallen.
Trotz des Verlustes sollen die Aktionäre eine Dividende von 45 Cent je Aktie erhalten – so viel wie im Vorjahr. Die Börse reagierte dennoch geschockt. In einem freundlichen Umfeld rutschte die ThyssenKrupp-Aktie ab. Seit Jahresbeginn haben die Anleger 41 Prozent verloren. Mit dieser Kursentwicklung liegt ThyssenKrupp auf dem zweitschlechtesten Platz unter den DAX-Werten. Nur die Commerzbank-Aktionäre haben mit 67 Prozent noch mehr verloren.
Die meisten Analysten empfehlen das Papier dennoch zum Kauf, die Kursziele liegen zwischen 19 und 39 Euro. Auch am Freitag gab es neue Kaufempfehlungen. Am Freitagnachmittag wurde die Aktie um etwa 18 Euro gehandelt.

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