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Merkel: „Serbien nicht bereit, EU-Kandidat zu werden“

Der EU-Gipfel dürfte die Annäherung an Belgrad verschieben. Grund sind die jüngsten Auseinandersetzungen im Kosovo.

Berlin/Ag./Red. Serbiens Aussichten, nächste Woche offizieller Beitrittskandidat der EU zu werden, schwinden. Die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel erklärte am Freitag, die Attacken auf die internationale Schutztruppe im Kosovo zeigten, dass Serbien noch nicht bereit für den Kandidatenstatus sei. Der Weg Serbiens in die EU könne nur über eine Normalisierung der Beziehungen zum Kosovo führen, sagte Merkel.

Am Montag werden die EU-Außenminister über das Erweiterungspaket beraten. Die Europäische Kommission hatte vorgeschlagen, Serbien den Status eines Beitrittskandidaten zu verleihen, den Start von Beitrittsverhandlungen aber auf einen späteren Zeitpunkt zu verschieben. Der EU-Gipfel am Freitag sollte diesen Fahrplan absegnen. Mehrere EU-Länder sind aber mittlerweile dagegen. Nachdem im Nordkosovo bei einem Angriff serbischer Nationalisten auf die KFOR-Truppe auch österreichische Soldaten verletzt wurden, zögert nun selbst die Bundesregierung in Wien, die bisher die serbischen EU-Bestrebungen unterstützt hat.

Es wird folglich erwartet, dass die 27 Staats- und Regierungschefs der EU die für Freitag geplante Entscheidung zu Serbien vertagen.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 03.12.2011)