Die beiden ehemaligen Streitpartner haben eine "Dialogvereinbarung" unterzeichnet. Die Gewerkschaft erwartet weitere Fortschritte.
Bei der deutschen Drogeriekette Schlecker ist man um eine Imagepolitur bemüht und will die Zeiten der Negativschlagzeilen hinter sich lassen. "Wir wollen gemeinsam mit der Gewerkschaft an einem Strang ziehen", sagte Schlecker-Sprecher Patrick Hacker am Mittwoch. In Österreich hat sich Schlecker heuer mit der Gewerkschaft der Privatangestellten GPA-djp im Mehrstundenstreit geeinigt, heute besiegelten die ehemaligen Streithähne in Wien eine "Dialogvereinbarung".
Die Geschäftsführung von Schlecker soll sich mehrmals jährlich mit dem Betriebsrat und der GPA treffen und aktuelle Themen sowie Anliegen der Beschäftigten werden. Das erste Treffen soll gleich im Jänner stattfinden. Was genau dann gesprochen wird, präzisierte GPA-Vize Karl Proyer nicht. "Es wird um allgemeine arbeitsrechtliche Fragen gehen." Für Proyer zeige die Vereinbarung aber, dass es Schlecker mit der Zusammenarbeit ernst sei. Die Gewerkschaft erwarte sich in jedem Fall Fortschritte im Sinne der rund 3.000 österreichischen Schlecker-Beschäftigten.
Anfang des Jahres wurde bei dem Drogeriediskonter mit der Übernahme der Verantwortung der Kinder des Firmengründers Anton Schlecker ein Paradigmenwechsel eingeläutet. Meike und Lars Schlecker sind für die Neuausrichtung zuständig, vor allem für die Außendarstellung. Derzeit bringen sie das veraltete Ladenkonzept auf Vordermann und sind um eine offene Personal- und Kommunikationspolitik bemüht. Dazu gehört auch, mit Gewerkschaften und Journalisten zu sprechen - was über Jahre nicht Usus war.
(APA)