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Jahresrückblick Wirtschaft

KHG, DSK und ''Merkozy'' im Rückblick

02.01.2017 um 13:18
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Der Start ins neue Jahr ist nicht nach dem Geschmack von Karl Heinz Grasser. Er hat nochmal nachgerechnet und muss zugeben, in der Zeit als ehemaliger Finanzminister nicht alle Steuern abgeliefert und aus diesem Grund Selbstanzeige erstattet zu haben. Auch andere Causen wie Terminal Tower in Linz, Buwog-Affäre, Razzien seiner Büros und Wohnungen beschäftigen KHG und seine Anwälte im Verlauf des Jahres.
Der Start ins neue Jahr ist nicht nach dem Geschmack von Karl Heinz Grasser. Er hat nochmal nachgerechnet und muss zugeben, in der Zeit als ehemaliger Finanzminister nicht alle Steuern abgeliefert und aus diesem Grund Selbstanzeige erstattet zu haben. Auch andere Causen wie Terminal Tower in Linz, Buwog-Affäre, Razzien seiner Büros und Wohnungen beschäftigen KHG und seine Anwälte im Verlauf des Jahres.
(c) REUTERS (� Lisi Niesner / Reuters)
Die Inflation springt im Februar in Österreich erstmals auf drei Prozent. In der Eurozone liegt die Teuerung das ganze Jahr 2011 über der von der Europäischen Zentralbank angestrebten "knapp unter zwei Prozent-Marke". Doch mit dem Aufkauf von Staatsanleihen hilfsbedürftiger Euro-Länder arbeitet die EZB unter ihrem Chef Jean Claude Trichet gegen die eigenen Ziele. Der deutsche Ökonom Gerken warnt gar vor einer Inflationsrate von knapp unter zehn Prozent in der Eurozone. Trichet gibt sein Amt am 1. November ab.
Die Inflation springt im Februar in Österreich erstmals auf drei Prozent. In der Eurozone liegt die Teuerung das ganze Jahr 2011 über der von der Europäischen Zentralbank angestrebten "knapp unter zwei Prozent-Marke". Doch mit dem Aufkauf von Staatsanleihen hilfsbedürftiger Euro-Länder arbeitet die EZB unter ihrem Chef Jean Claude Trichet gegen die eigenen Ziele. Der deutsche Ökonom Gerken warnt gar vor einer Inflationsrate von knapp unter zehn Prozent in der Eurozone. Trichet gibt sein Amt am 1. November ab.
(c) EPA (LUCAS DOLEGA)
Eine originelle Idee hat Japans Finanzminister Jun Azumi, um Investoren zu überzeugen, dem Land Geld zum Wiederaufbau nach dem Tsunami vom März zur Verfügung zu stellen. Ab März 2012 erhalten Anleger, die für mindestens zehn Millionen Yen (95.500 Euro) Staatspapiere zum Wiederaufbau kaufen und diese mindestens drei Jahre halten, ein Zuckerl: Nämlich eine Goldmünze mit dem Gewicht von 15,6 Gramm.
Eine originelle Idee hat Japans Finanzminister Jun Azumi, um Investoren zu überzeugen, dem Land Geld zum Wiederaufbau nach dem Tsunami vom März zur Verfügung zu stellen. Ab März 2012 erhalten Anleger, die für mindestens zehn Millionen Yen (95.500 Euro) Staatspapiere zum Wiederaufbau kaufen und diese mindestens drei Jahre halten, ein Zuckerl: Nämlich eine Goldmünze mit dem Gewicht von 15,6 Gramm.
(c) REUTERS (KYODO)
Portugal kündigt im April an, dass es Finanzhilfen der EU beantragen will. Grund für den Antrag seien die hohen Staatsschulden und die daraus entstandenen Probleme bei der Kreditaufnahme. Lange haben sich die Portugiesen dagegen gewehrt, doch Zinsen von 8,3 Prozent für Staatsanleihen mit 10-jähriger Laufzeit machen diesen Schritt unumgänglich. 78 Milliarden Euro schwer ist das Hilfsprogramm. Die Bevölkerung geht wegen der deswegen geplanten Sparmaßnahmen auf die Barrikaden.
Portugal kündigt im April an, dass es Finanzhilfen der EU beantragen will. Grund für den Antrag seien die hohen Staatsschulden und die daraus entstandenen Probleme bei der Kreditaufnahme. Lange haben sich die Portugiesen dagegen gewehrt, doch Zinsen von 8,3 Prozent für Staatsanleihen mit 10-jähriger Laufzeit machen diesen Schritt unumgänglich. 78 Milliarden Euro schwer ist das Hilfsprogramm. Die Bevölkerung geht wegen der deswegen geplanten Sparmaßnahmen auf die Barrikaden.
(c) REUTERS (� Rafael Marchante / Reuters)
Der ehemalige IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn wird beschuldigt, im Mai in einem New Yorker Hotel ein Zimmermädchen sexuell angegriffen zu haben. Die US-Justiz stellt Ende August ein Strafverfahren wegen versuchter Vergewaltigung ein, weil sie Zweifel an der Glaubwürdigkeit des mutmaßlichen Opfers hat. Die Führungsetage des IWF ist erleichtert, als DSK seinen Rücktritt vom IWF-Job einreicht. Später wird "DSK" auch von einer französischen Journalistin beschuldigt, sie sexuell belästigt zu haben.
Der ehemalige IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn wird beschuldigt, im Mai in einem New Yorker Hotel ein Zimmermädchen sexuell angegriffen zu haben. Die US-Justiz stellt Ende August ein Strafverfahren wegen versuchter Vergewaltigung ein, weil sie Zweifel an der Glaubwürdigkeit des mutmaßlichen Opfers hat. Die Führungsetage des IWF ist erleichtert, als DSK seinen Rücktritt vom IWF-Job einreicht. Später wird "DSK" auch von einer französischen Journalistin beschuldigt, sie sexuell belästigt zu haben.
(c) Reuters (� Gonzalo Fuentes / Reuters)
Die vom EU-Gipfel beschlossenen strengeren Vorschriften schreiben den großen Banken ab Juni 2012 neun Prozent Eigenkapital vor. Für die österreichischen Großbanken Erste, Raiffeisen und ÖVAG zeichnet sich ein zusätzlicher Kapitalbedarf von etwa 3,9 Mrd. Euro ab. Einen Rückgriff auf Staatsgeld wollen die Unternehmen tunlichst vermeiden. Erste Bank-Chef Treichl lässt aufhorchen und nennt die Politiker im Zusammenhang mit Eigenkapital (Stichwort Basel III) "zu blöd und zu feig".
Die vom EU-Gipfel beschlossenen strengeren Vorschriften schreiben den großen Banken ab Juni 2012 neun Prozent Eigenkapital vor. Für die österreichischen Großbanken Erste, Raiffeisen und ÖVAG zeichnet sich ein zusätzlicher Kapitalbedarf von etwa 3,9 Mrd. Euro ab. Einen Rückgriff auf Staatsgeld wollen die Unternehmen tunlichst vermeiden. Erste Bank-Chef Treichl lässt aufhorchen und nennt die Politiker im Zusammenhang mit Eigenkapital (Stichwort Basel III) "zu blöd und zu feig".
(c) APA/HELMUT FOHRINGER (HELMUT FOHRINGER)
Die offizielle Nachfolge in der EZB-Präsidentschaft von Jean-Claude Trichet wird über Twitter mitgeteilt. EU-Ratspäsident Van Rompuy verbreitet über das soziale Netzwerk, dass der Italiener Mario Draghi neuer EZB-Chef werde. Dem Italiener wird bei seinen Aufgaben ein strukturiertes Vorgehen bescheinigt. Ein europäischer Zentralbanker bezeichnete ihn deswegen als ausgesprochen "unitalienisch".
Die offizielle Nachfolge in der EZB-Präsidentschaft von Jean-Claude Trichet wird über Twitter mitgeteilt. EU-Ratspäsident Van Rompuy verbreitet über das soziale Netzwerk, dass der Italiener Mario Draghi neuer EZB-Chef werde. Dem Italiener wird bei seinen Aufgaben ein strukturiertes Vorgehen bescheinigt. Ein europäischer Zentralbanker bezeichnete ihn deswegen als ausgesprochen "unitalienisch".
(c) REUTERS (KAI PFAFFENBACH)
Der ehemalige Bawag-Generaldirektor Helmut Elsner kommt wegen Vollzugsuntauglichkeit frei. Die Staatsanwaltschaft verzichtet auf Rechtsmittel. Der bisher wohl prominenteste Wirtschaftshäftling der Republik war im Bawag-Prozess zu zehn Jahren Haft verurteilt worden. Als einziger der neun Angeklagten war er in Haft. Seit seiner Auslieferung aus Frankreich im Februar 2007 saß er in der Justizanstalt Wien-Josefstadt, zunächst in U-Haft und dann in Strafhaft.
Der ehemalige Bawag-Generaldirektor Helmut Elsner kommt wegen Vollzugsuntauglichkeit frei. Die Staatsanwaltschaft verzichtet auf Rechtsmittel. Der bisher wohl prominenteste Wirtschaftshäftling der Republik war im Bawag-Prozess zu zehn Jahren Haft verurteilt worden. Als einziger der neun Angeklagten war er in Haft. Seit seiner Auslieferung aus Frankreich im Februar 2007 saß er in der Justizanstalt Wien-Josefstadt, zunächst in U-Haft und dann in Strafhaft.
Im Schuldenstreit der USA kann Ende Juli eine drohende Staatspleite nur knapp abgewendet werden. In der Auseinandersetzung zwischen Republikanern und Demokraten will Präsident Barack Obama eine Anhebung der Schuldengrenze von 14,3 Billionen Dollar erreichen. Am Ende steht ein Kompromiss, der eine Schuldenerhöhung in zwei Etappen um insgesamt 2,4 Billionen Dollar vorsieht. Damit habe die USA Zeit gewonnen, sodass weitere Verhandlungen zwischen den Parteien erst nach dem Wahljahr 2012 nötig sind.
Im Schuldenstreit der USA kann Ende Juli eine drohende Staatspleite nur knapp abgewendet werden. In der Auseinandersetzung zwischen Republikanern und Demokraten will Präsident Barack Obama eine Anhebung der Schuldengrenze von 14,3 Billionen Dollar erreichen. Am Ende steht ein Kompromiss, der eine Schuldenerhöhung in zwei Etappen um insgesamt 2,4 Billionen Dollar vorsieht. Damit habe die USA Zeit gewonnen, sodass weitere Verhandlungen zwischen den Parteien erst nach dem Wahljahr 2012 nötig sind.
(c) REUTERS (PHELAN EBENHACK)
In der Telekom-Affäre gibt es eine Vielzahl von Ungereimtheiten. Eine Gruppe früherer Telekom-Führungskräfte steht im Verdacht, den Auftrag zur Manipulation des Kurses der Telekom-Aktie gegeben zu haben. Daraus werden ungerechtfertigt Boni in der Höhe von 8,7 Millionen Euro für rund 100 leitende Angestellte fällig. Die Auftragsvergabe für den österreichischen Blaulichtfunk ist ebenfalls höchst zweifelbehaftet. Einige Politiker stehen im Verdacht, Zahlungen zwecks Gesetzesbeeinflussung pro Telekom erhalten zu haben. Gelddrehscheibe ist der Lobbyist Peter Hochegger.
In der Telekom-Affäre gibt es eine Vielzahl von Ungereimtheiten. Eine Gruppe früherer Telekom-Führungskräfte steht im Verdacht, den Auftrag zur Manipulation des Kurses der Telekom-Aktie gegeben zu haben. Daraus werden ungerechtfertigt Boni in der Höhe von 8,7 Millionen Euro für rund 100 leitende Angestellte fällig. Die Auftragsvergabe für den österreichischen Blaulichtfunk ist ebenfalls höchst zweifelbehaftet. Einige Politiker stehen im Verdacht, Zahlungen zwecks Gesetzesbeeinflussung pro Telekom erhalten zu haben. Gelddrehscheibe ist der Lobbyist Peter Hochegger.
(c) REUTERS (LISI NIESNER)
Die Bewegung "Occupy Wall Street" ("Besetzt die Wall Street") nimmt in den USA ihren Ursprung. Eine Handvoll Studenten beginnt im September, im New Yorker Finanzdistrikt im Süden Manhattans gegen die Macht der Banken zu demonstrieren. Die Proteste gegen die Auswüchse des Finanzkapitalismus schwappen auch nach Europa und Australien über.
Die Bewegung "Occupy Wall Street" ("Besetzt die Wall Street") nimmt in den USA ihren Ursprung. Eine Handvoll Studenten beginnt im September, im New Yorker Finanzdistrikt im Süden Manhattans gegen die Macht der Banken zu demonstrieren. Die Proteste gegen die Auswüchse des Finanzkapitalismus schwappen auch nach Europa und Australien über.
(c) Reuters (© Nathan Armes / Reuters)
Griechenland schafft es im gesamten Jahr 2011 nicht, aus den Schlagzeilen zu kommen. Im Oktober erreicht die Griechenkrise mit dem Schuldenschnitt ihren vorläufigen Höhepunkt. Die privaten Gläubiger müssen auf 50 Prozent ihrer Forderungen aus griechischen Staatsanleihen verzichten.
Griechenland schafft es im gesamten Jahr 2011 nicht, aus den Schlagzeilen zu kommen. Im Oktober erreicht die Griechenkrise mit dem Schuldenschnitt ihren vorläufigen Höhepunkt. Die privaten Gläubiger müssen auf 50 Prozent ihrer Forderungen aus griechischen Staatsanleihen verzichten.
(c) REUTERS (� Yiorgos Karahalis / Reuters)
Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy haben die Euro-Rettung in die Hand genommen. Trotz aller inhaltlichen Differenzen bei den Lösungsvorschlägen demonstrieren die beiden größten Euro-Länder nach außen Einigkeit. Im Dezember schlugen die beiden scherzhaft als "Merkozy" genannten im Eiltempo die Änderung der EU-Verträge vor.
Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy haben die Euro-Rettung in die Hand genommen. Trotz aller inhaltlichen Differenzen bei den Lösungsvorschlägen demonstrieren die beiden größten Euro-Länder nach außen Einigkeit. Im Dezember schlugen die beiden scherzhaft als "Merkozy" genannten im Eiltempo die Änderung der EU-Verträge vor.
(c) REUTERS (� Philippe Wojazer / Reuters)
Zum Jahresende droht die Ratingagentur Standard and Poor's 15 Eurostaaten, darunter auch Österreich, mit einer Herabstufung der Bonität. Alle EU-Staaten außer den Briten beschließen daraufhin bei einem Gipfel, eine Schuldenbremse einzuführen und die Sanktionen für Defizitsünder zu verschärfen. Rückschau: Jahresrückblick 2011 auf DiePresse.com
Zum Jahresende droht die Ratingagentur Standard and Poor's 15 Eurostaaten, darunter auch Österreich, mit einer Herabstufung der Bonität. Alle EU-Staaten außer den Briten beschließen daraufhin bei einem Gipfel, eine Schuldenbremse einzuführen und die Sanktionen für Defizitsünder zu verschärfen. Rückschau: Jahresrückblick 2011 auf DiePresse.com
(c) AP (Michel Euler)

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