WienWein: Gründer Richard Zahel geht

(c) FABRY Clemens
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Winzer Richard Zahel zieht sich aus der Winzervereinigung zurück. Als Gründe dafür nennt er zu viel Verwaltung und Grundstücksspekulationen von Kollegen. Ein Ersatz für ihn will man derzeit nicht suchen.

Wien. Richard Zahel hat genug von der Winzervereinigung WienWein, die er 2006 gemeinsam mit drei Kollegen (Rainer Christ, Michael Edlmoser und Fritz Wieninger) gegründet hat. „Ich habe mich schon vor zwei Jahren etwas zurückgezogen. Jetzt sehe ich aber keine Möglichkeit mehr“, sagt Zahel im Gespräch mit der „Presse“.

Zwei Gründe gibt der Winzer für seinen Rückzug an: Einerseits passiert ihm im Verein zu wenig. „Man sollte dort für Action sorgen, um den Wiener Wein bekannter zu machen. Und nicht nur einen Verwaltungsverein führen.“ Der zweite Grund dürfte mit der 2010 erfolgten Vergrößerung des Vereins zu tun haben. Damals kamen die Weingüter Wien-Cobenzl und Mayer am Pfarrplatz dazu. Zahel will zwar keine Namen nennen, meint aber dann dennoch: „Wir Winzer müssen Geld aus unseren Wein machen und nicht mit überteuerten Grundstücken spekulieren.“

Das Weingut Mayer am Pfarrplatz habe mit dem Investor Hans Schmid „Geld hineingespielt bekommen, mit dem Flächen gekauft und Weinbauern von den Flächen vertrieben werden“, sagt Zahel. Er will sich 2012 stärker auf den Export der Marke „Wiener Gemischter Satz“ konzentrieren. Damit deren Bekanntheit steige, „auch über St.Pölten hinaus“, will Zahel eine überregionale Winzervereinigung gründen, die einen international verständlichen – also englischen – Namen trägt.

Einen Ersatz für Richard Zahel will man bei WienWein derzeit nicht suchen. „Wir sind grundsätzlich immer offen, sehen aber derzeit niemanden, den wir aufnehmen könnten. Der Austritt verändert zwar unsere budgetäre Situation. Wir brauchen derzeit aber nicht dringend einen Zahler“, erklärt Fritz Wieninger. Kooperationen mit Zahel – etwa bei dem von ihm initiierten Weingarten im Schloss Schönbrunn – kann er sich aber weiterhin vorstellen.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 09.12.2011)

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