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Nachrichten Meinung Magazin
Von Wien nach St. Pölten

Erste Probefahrt mit der neuen Westbahn

Seit Sonntag fährt der private ÖBB-Konkurrent auf der Strecke zwischen Wien und Salzburg. Im DiePresse.com-Test treten noch einige Kinderkrankheiten zutage.
09.12.2011 um 12:24
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Hauptbild • (c) Die Presse Digital (Bernhard Lichtenberger)
Seit Sonntag fährt der private ÖBB-Konkurrent Westbahn auf der Strecke zwischen Wien und Salzburg. DiePresse.com hat die neuen Züge zwei Tage zuvor einem ersten Test unterzogen und dabei einige Kinderkrankheiten entdeckt.

Von Bernhard Lichtenberger
(c) Die Presse Digital (Bernhard Lichtenberger)
Ärgerlich für Westbahn-Chef Stefan Wehinger war, dass sich die Türen vor der Abfahrt einige Minuten lang nicht mehr öffnen ließen. Außerdem kam der Zug bei der zweistündigen Probefahrt mit 15 Minuten Verspätung am Wiener Westbahnhof an.
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Auf den ersten Blick wirken die Züge wie eine Mischung aus Railjet und Wiesel: Doppelstöckige Garnituren, Triebwagen in den ersten Wagen integriert, ebenerdiger Zugang sind wie beim Wiesel ...
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... an den Railjet erinnern zum Beispiel die Anzeigetafeln, die bei der Probefahrt allerdings nur die Uhrzeit anzeigen. Im Normalbetrieb sollen die Bildschirme über Ankunfts- und Abfahrtszeiten sowie die Strecke informieren.
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Auf gut ausgebauten Strecken soll die Westbahn wie der Railjet mit bis zu 200 Kilometer pro Stunde unterwegs sein. Bei der Probefahrt von Wien nach St. Pölten und wieder retour tuckerte der Zug wegen der Bauarbeiten nur mit gemächlichen 70 km/h dahin.
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Auf der Strecke ruckelt und wackelt der Zug gehörig (täuscht der Eindruck, dass die Züge unruhiger sind als bei den ÖBB?), weshalb sich auch der Westbahn-Geschäftsführer Stefan Wehinger festhalten muss.
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Auch die Haltegriffe entlang der Gänge braucht man öfters. Apropos Gänge: Die sind so schmal, dass ein aneinander Vorbeikommen selbst ohne Gepäck ein Kunststück ist.
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Die Westbahn preist in der Werbung ihren Komfort an: Die Echtledersitze sind geringfügig verstellbar ...
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... und jeder Sitzplatz ist mit Steckdosen ausgestattet.
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Zusätzlich gibt es etwas wacklige Klapptische und Netze an den Vordersitzen ...
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... die sich wie in den alten Zügen bald mit Müll füllen werden - es gibt nämlich im ganzen Zug keine Mistkübel. Für die Entsorgung der Abfälle ...
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... sind die Zugbegleiter zuständig, die den Müll in die Westcafés mitnehmen und dort trennen. Die Weststewards sind auch sonst für die Sauberkeit verantwortlich und laufen zum Beispiel mit Handstaubsaugern herum.
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Auch sonst kommt den Stewards mehr Bedeutung zu als den Schaffnern in den ÖBB-Zügen: Pro Waggon soll es einen Zugbegleiter geben, der direkt an Bord Tickets verkauft - ohne Aufschlag, weil es die Fahrkarten ja nicht bei den ÖBB-Automaten und -Schaltern zu kaufen gibt.
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Darüber hinaus servieren die Weststewards Getränke und Speisen in den Bordbistros ...
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... und im Waggon des Westclubs (quasi die Erste Klasse) sogar zu den Sitzplätzen. Das Essen ist allerdings nicht erstklassig ...
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... das Mindesthaltbarkeitsdatum des Sandwiches ist erreicht, der Salat welk, die Chips zäh. Immerhin erkundigt sich die Stewardess, ob's geschmeckt hat, und verspricht Verbesserung.
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Wer nach dem Essen eine Zigarette rauchen will, hat dazu in den Zügen der Westbahn Gelegenheit - vorausgesetzt, er findet die Raucherinsel.
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Die Raucherinsel befindet sich zwar in der Mitte des Zuges (es müssen also auch alle Nichtraucher auf ihrem Weg durch die Waggons durchmarschieren), ist aber nirgends angeschrieben.
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Zudem bietet die Raucherinsel nur 16 Sitzplätze - man sollte also nicht auf einen freien Platz hoffen.
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Was im ganzen Zug einwandfrei funktioniert, ist das bordeigene WLAN, genannt WestLAN ...
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... sobald man die AGB akzeptiert und sich durch einen "Lore Ipsum"-Blindtext geklickt hat, kann man stabil im Internet surfen. Der Blindtext soll bis zum offiziellen Start am Sonntag ausgetauscht werden.
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Ein Zug besteht aus sechs offenen Waggons, die alle ein Bistro beherbergen. Bei der Probefahrt war es relativ kühl im Zug.
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Der vorderste Waggon ist für Westclub-Passagiere reserviert, die für einen Aufpreis von etwa 80 Prozent einen zweiten Sitzplatz in Anspruch nehmen können. Sonst unterscheidet sich der Waggon nur durch die Tische von den anderen.
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Sitzplatzreservierungen gibt es nicht, nur Reservierungszonen, in denen sich Fahrgäste für einen Aufpreis von fünf Euro hinsetzen dürfen.
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Die Waggons sind durch leicht klaustrophobische Gänge miteinander verbunden ...
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... die Türen dazwischen lassen sich per Knopfdruck öffnen - ein klarer Vorteil gegenüber den ÖBB, erspart man sich doch das lästige Wacheln vor dem Bewegungssensor.
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Gewöhnungsbedürftig ist das Gepäcksystem in den Westbahn-Zügen. In den Überkopffächern ist nämlich höchstens Platz für eine Jacke oder einen Aktenkoffer ...
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... dafür hat unter den Sitzen ein mittelgroßer Rollkoffer oder eine Tasche Platz.
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Wer größere Gepäckstücke mitnehmen will, muss sie auf den Ablageflächen in der Nähe der Einstiege platzieren ...
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... und das funktioniert so ähnlich wie bei einem Einkaufswagerl: Nach Einwurf einer 50-Cent- oder Ein-Euro-Münze ...
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... zieht man das Schloss heraus und kann das Gepäck ...
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... mit der Stahlseilschlaufe sichern. Sofern der Koffer zugesperrt ist. Die Münze bekommt man nach dem Aufsperren wieder zurück.
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Praktisch sind die ebenerdigen Einstiege - nicht nur für Fahrgäste mit Rollkoffer, sondern auch solche im Kinderwagen oder im Rollstuhl.
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Ein Waggon ist genau für solche Fahrgäste reserviert ...
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... für die es auch ein eigenes Bord-WC gibt.
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Apropos WC: Für alle anderen Fahrgäste gibt es geschlechtergetrennte Toiletten ...
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... und das Herrenklo ist sogar mit einem Pissoir ausgestattet.
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Fazit: Westbahn leidet noch an einigen Kinderkrankheiten, kann aber mit den ÖBB in puncto Komfort meist mithalten - vor allem das WLAN ist ein dickes Plus. Unangenehm ist, dass man sein Gepäck nicht an seinem Platz hat und dass es keine Mistkübel gibt. Letztlich wird wohl der Preis entscheiden, für welchen Anbieter man sich entscheidet.
(c) Die Presse Digital (Bernhard Lichtenberger)
Weiter: Bilder von der Westbahn-Probefahrt

Im Bild: Der Führerstand des Zuges
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Im Bild: Zwei Westbahn-Züge am Wiener Westbahnhof
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Im Bild ein Bordbistro
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Im Bild: Speisekarten
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Im Bild: Gepäcksablage im Waggon
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