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Syrien: Armee droht mit Sturm in Homs

Syrien Armee droht Sturm
Homs(c) REUTERS (MUHAMMAD HAMED)
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Regierungstruppen sollen den Einwohnern der Protesthochburg Homs ein Ultimatum gestellt haben. Der im Exil gegründete syrische Nationalrat warnt vor einem Massaker.

Mit einem überregionalen Streik protestierte die syrische Opposition am Sonntag gegen den andauernden Gewalteinsatz des Regimes von Präsident Bashar al-Assad. Regierungstruppen zogen sich unterdessen um die Provinz Homs zusammen, einer Hochburg der Assad-Gegner. Der im Exil gegründete syrische Nationalrat warnte vor einem Massaker.

In der Früh begann in mehreren Regionen des Landes ein Streik. Oppositionelle hatten zu der Aktion im Internet aufgerufen, einige appellierten auch mit Lautsprechern in den Straßen an die Menschen, sich zu beteiligen. Dabei forderten sie auch zum Boykott der für Montag geplanten Kommunalwahlen auf.

Nach Angaben der Demokratiebewegung starben am Wochenende landesweit wieder mindestens 22 Menschen, unter anderem in Idlib, Daraa, Hama und Homs. Ein in London ansässiger Vertreter des Gremiums, Bassam Jaraa, zeigte sich überzeugt, dass die Regierung diesmal endgültig den Widerstand gegen das Assad-Regime brechen wolle. Laut unbestätigten Berichten von Samstag soll es auch ein Ultimatum geben, in dem die Menschen in Homs aufgefordert werden, ihre Proteste binnen 72 Stunden zu beenden. Sonst werde die Provinz von der Armee gestürmt.

Kein Strom, kein Wasser, kein Benzin

Ein Aktivist sagte der Nachrichtenagentur dpa, Regierungstruppen hätten die Provinz Homs praktisch abgeriegelt. An den Zufahrtstraßen gebe es inzwischen mehr als 75 Kontrollstellen. Es gebe keinen Strom, kein Wasser, kein Benzin, auch fehle es an Medikamenten. Die Provinz und vor allem auch die Stadt Homs werden schon seit vielen Wochen von der Armee belagert. Oppositionelle sprechen bereits von der "Hauptstadt der Märtyrer der syrischen Revolution".

Der Vorsitzende des im Exil gebildeten Nationalrats der syrischen Opposition, Burhan Ghalioun, warnte seine Mitstreiter davor, die Institutionen im Land zu zerstören und damit Fehler zu wiederholen, die nach dem Fall Bagdads im Irak begangen worden seien. Die Opposition sei nicht mehr bereit, mit den "Mördern" des Regimes in Damaskus zu verhandeln, sagte er dem Nachrichtenmagazin "Spiegel". "Aber sie ist bereit, mit Militär- und Zivilbeamten zu sprechen, die nicht das Regime, sondern die Institutionen vertreten." Ghalioun bestand zugleich darauf, dass die "Freie Syrische Armee" aus Deserteuren keine offensive Rolle spielen dürfe; sie müsse defensiv bleiben.

Unterdessen berichtete die panarabische Zeitung "Al-Hayat" von Bemühungen der Arabischen Liga, Assad zum Rücktritt und zum Gang ins Exil zu überreden. Die Vereinigten Arabischen Emirate seien bereit, ihn und seine Familie aufzunehmen, schreibt das Blatt unter Berufung auf informierte Kreise. Auch osteuropäische Staaten seien hierfür im Gespräch. Ferner solle dem Präsidenten Straffreiheit gewährt werden, hieß es. Zum Ende der Woche will das Gremium erneut zusammenkommen.

(Ag.)