Schlecker muss in großem Stil Filialen schließen

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Symbolbild(c) AP (Joerg Sarbach)
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Die deutsche Drogeriemarktkette hat offenbar noch größere finanzielle Probleme als bisher angenommen. Allein in den beiden Monaten November und Dezember muss Schlecker 600 defizitäre Filialen schließen.

Wien/red. Schlecker kommt nicht aus den negativen Schlagzeilen heraus. Allein in den beiden Monaten November und Dezember muss die deutsche Drogeriemarktkette 600 defizitäre Filialen schließen, berichtet der „Spiegel“. Als Grund dahinter vermutet das Nachrichtenmagazin massive Liquiditätsprobleme: Weil die Regale der noch offenen Läden nicht mehr bestückt werden können, werden sie nun aus geschlossenen Filialen abgezogen.

Zudem habe Firmengründer Anton Schlecker bereits einen zweistelligen Millionenbetrag aus seinem Privatvermögen beisteuern müssen, um sein angeschlagenes Unternehmen über die Runden zu bringen. Und die großen Lieferanten werden angeblich nervös, weil viel weniger Weihnachtsware geordert wurde als üblich.

Ein Schlecker-Sprecher dementiert diese Meldungen nur halbherzig: Die Filialschließungen seien Teil des angekündigten Sanierungsplans, eine Zahl wolle man nicht bestätigen. Die Verschiebungen von Waren seien „doch betriebswirtschaftlich auch nachvollziehbar“. Dass Verluste aus der Privatschatulle abgedeckt werde, sei zwar falsch, aber in einem Familienunternehmen werde eben „ein Polster aus guten Jahren auch mal für schlechte Jahre benutzt“. Und dass der Einkauf zurückgefahren wird, habe mit Unstimmigkeiten mit den Lieferanten in den Jahresgesprächen zu tun.

Schlecker schreibt seit 2008 rote Zahlen. 2010 sank der europaweite Umsatz um fast zehn Prozent auf 6,55 Mrd. Euro. Die Hoffnung der Familie ruht auf den neuen und renovierten Filialen. Heuer lief die Umbautestphase, bei der etwa 300 Filialen umgestaltet wurden. Künftig sollen bis zu 1500 Läden pro Jahr auf den neuen Stand gebracht werden, versprachen die Schlecker-Kinder Meike und Lars im Sommer.

Nun mehren sich die Anzeichen, dass dem schrumpfenden Diskonter-Riesen die Zeit davonlaufen könnte. Schlecker hat in Österreich rund 3000 Beschäftigte.

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