Die deutsche Lufthansa will ihre defizitäre Tocher BMI loswerden. Bisher wurde nur mit British Airways verhandelt, nun gibt es Konkurrenz.
Im Übernahmepoker um die britische Lufthansa-Tochter BMI bekommt British Airways Konkurrenz: Die Lufthansa verhandelt nun auch mit der britischen Fluggesellschaft Virgin Atlantic als möglichem Käufer. Die Verhandlungen mit der British-Airways-Mutter IAG gingen unterdessen weiter. Wer den Zuschlag bekommt, will die AUA-Konzernmutter Lufthansa im ersten Quartal des neuen Jahres entscheiden.
Die Lufthansa-Aktie reagierte am Morgen mit Verlusten auf die Nachrichten. Kurz nach Handelsbeginn verlor das Papier 1,32 Prozent auf 8,99 Euro und entwickelte sich damit noch schwächer als der Dax.
Virgin will Start- und Landerechte
Zwar hatte Virgin-Eigner Richard Branson bereits früher öffentlich Interesse an BMI bekundet. Allerdings hatte die Lufthansa bisher nur Gespräche mit IAG bestätigt. In beiden Fällen verhandelt der Dax-Konzern nun über einen Verkauf von 100-Prozent der BMI-Anteile, wie die Sprecherin sagte. Am Ende werde nur einer der Bieter den Zuschlag für das gesamte Unternehmen erhalten. Die Regionalflug-Tochter BMI Regional steht allerdings offiziell vor der Ausgliederung. BMI selbst verhandelt - wie bereits früher bekanntgegeben - mit privaten Investoren aus Großbritannien.
Wie IAG ist Virgin scharf auf die wertvollen Start- und Landerechte (Slots) von BMI am wichtigen Londoner Flughafen Heathrow. Die Lufthansa-Tochter selbst fliegt seit Jahren Verluste ein - der Hauptgrund für die Trennungspläne. Laut einem Bericht der britischen Tageszeitung "The Times" bietet Virgin nun rund 50 Millionen britische Pfund (58,6 Mio. Euro) für das Unternehmen. Dies sei nur rund halb so viel, wie IAG angeboten habe.
In beiden Fällen müsste die Lufthansa damit einen herben Abschlag hinnehmen. Im Zuge der BMI-Übernahme hatte die deutsche Fluggesellschaft dem früheren BMI-Haupteigner Michael Bishop und der skandinavischen Fluglinie SAS für 70 Prozent der Anteile 261 Mio. britische Pfund bezahlt. Laut einer früheren Schätzung der Commerzbank wären alleine die BMI-Slots rund 450 Mio. Euro wert.
(APA)