Wiener Börse zu Mittag: ATX 1,5 Prozent im Minus

Belastet von Sorgen um die Euro-Schuldenkrise herrschten auch an den übrigen Leitbörsen Europas zum Wochenauftakt Verkaufsinteressen vor.

Nach einer leichteren Eröffnung hat die Wiener Börse ihre Verluste am Montag im Vormittagshandel weiter ausgebaut. Der ATX wurde um 12.00 Uhr bei moderatem Volumen mit 1823,34 Punkten errechnet, das ist ein Minus von 29,33 Punkten bzw. 1,58 Prozent. Zum Vergleich: DAX/Frankfurt -1,58 Prozent, FTSE/London -0,58 Prozent und CAC-40/Paris -0,93 Prozent.

Belastet von Sorgen um die Euro-Schuldenkrise herrschten auch an den übrigen Leitbörsen Europas zum Wochenauftakt Verkaufsinteressen vor. Für Missstimmung sorgte ein Kommentar der Ratingagentur Moody's zum vergangenen EU-Gipfel. Demnach gehen der Agentur die Gipfelbeschlüsse nicht weit genug; vor allem kurzfristige Maßnahmen zur Stabilisierung der angespannten Kreditmärkte würden fehlen, hieß es seitens Moody's am Montag in der Früh.

Zusätzlichen Abwärtsdruck brachte Marktteilnehmern zufolge eine Auktion italienischer Staatspapiere in die Märkte. Zwar gingen die Zinsen bei der Bond-Emission am Montag zurück; mit knapp sechs Prozent blieb das Rendite-Niveau aber nach wie vor hoch.

"Alles wartet nun auf beruhigende Signale von den EU-Institutionen", kommentierte ein Händler in Wien die Marktsituation. Die Nachrichtenlage am heimischen Aktienmarkt bleibe unterdessen "dünn gesät", wie er weiter sagte. Für die schwache ATX-Performance zeichnete er vor allem die Kursverluste im Finanzsektor verantwortlich.

Im schwergewichtigen Bankensektor rutschten Erste Group um 3,79 Prozent auf 12,31 Euro ab und fungierten damit als Schlusslicht im Wiener prime market. Die heimische Großbank hat am heutigen Montag den zweiten Schritt zu der bereits angekündigten Aufstockung ihres Anteils an der Rumänien-Tochter BCR gesetzt. Vom staatlichen Investmentfonds SIF Transilvania wurden rund 7 Prozent BCR-Anteile erworben, womit der Anteil an der BCR auf vorerst 82 Prozent steige, teilte die Erste Group mit. Raiffeisen drehten nach anfänglichen Aufschlägen ebenfalls ins Minus und tendierten zuletzt 2,13 Prozent schwächer bei 19,57 Euro.

Unter den Versicherungswerten rückten UNIQA als einer der wenigen Kursgewinner im prime market um 0,88 Prozent auf 10,02 Euro vor, während sich Vienna Insurance Group um 2,06 Prozent auf 28,28 Euro abschwächten. Versicherungswerte stehen europaweit im Blick, nachdem die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) die Kreditwürdigkeit von 15 europäischen Versicherern unter Beobachtung gestellt hat. Bis dato herrschten im europäischen Versicherungssektor - wie auch im Bankenbereich - deutliche Verluste vor.

Im Immobiliensektor lagen Immofinanz 2,24 Prozent im Minus bei 2,23 Euro. Die Gruppe hat ihren 50-Prozent-Anteil am Andreasquartier, einem gemeinsam mit der Frankonia Eurobau AG in einem 50:50 Joint Venture geplanten Entwicklungsprojekt in Düsseldorf, verkauft. Der Verkauf brachte der Immofinanz eine 7-prozentige Verzinsung auf ein Investment von rund 40 Millionen Euro. Der Käufer möchte nicht öffentlich genannt werden, teilte das Immobilienunternehmen am Montag ad hoc mit. Unter den übrigen Immowerten gaben s Immo und CA Immo Anlagen um 1,94 Prozent auf 4,50 Euro bzw. 1,19 Prozent auf 8,46 Euro nach, conwert bauten ein moderates Minus von 0,47 Prozent auf 8,46 Euro.

Das bisherige Tageshoch verzeichnete der ATX zu Sitzungsbeginn bei 1860,99 Punkten, das Tagestief lag gegen 11.30 Uhr bei 1816,80 Einheiten. Der ATX Prime notierte zum oben genannten Zeitpunkt 1,47 Prozent tiefer bei 904,24 Punkten. Im prime market zeigten sich fünf Titel mit höheren Kursen, 32 mit tieferen und einer unverändert. In zwei Aktien kam es bisher zu keiner Kursbildung.

Bis dato wurden im prime market 2.279.237 (Vortag: 3.597.497) Stück Aktien umgesetzt (Einfachzählung) mit einem Kurswert von rund 45,145 (92,41) Millionen Euro (Doppelzählung). Umsatzstärkstes Papier ist bisher Erste Group mit 482.087 gehandelten Aktien, was einem Kurswert von rund 12,12 Millionen Euro entspricht.

(APA)

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