Wiener Börse am Nachmittag: ATX 1,94 Prozent im Minus

Belastend wirkten sich zum Wochenauftakt einmal mehr Sorgen um die Euro-Schuldenkrise aus, die auch die Notierungen an den anderen Börsen Europas rot färbten.

Die Wiener Börse hat am heutigen Montagnachmittag bei moderatem Volumen weiter an Terrain abgegeben. Der ATX wurde um 14.15 Uhr mit 1816,80 Punkten errechnet, das ist ein kräftiges Minus von 35,87 Punkten bzw. 1,94 Prozent. Zum Vergleich: DAX/Frankfurt -1,50 Prozent, FTSE/London -0,46 Prozent und CAC-40/Paris -1,13 Prozent.

Belastend wirkten sich zum Wochenauftakt einmal mehr Sorgen um die Euro-Schuldenkrise aus, die auch die Notierungen an den anderen Börsen Europas rot färbten. Für Missstimmung sorgte ein Kommentar der Ratingagentur Moody's, die trotz der jüngsten Beschlüsse am EU-Gipfel an ihrer Warnung, die Kreditwürdigkeit aller EU-Staaten im ersten Quartal 2012 einer genauen Prüfung zu unterziehen, festhielt. "Alles wartet nun auf beruhigende Signale von den EU-Institutionen", kommentierte ein Händler in Wien die Marktsituation.

Die größten Abschläge waren europaweit im Finanzsektor zu beobachten - so auch in Wien, wo die schwergewichtigen Bankenwerte Raiffeisen und Erste Group 5,03 Prozent auf 18,99 Euro bzw. 3,63 Prozent auf 12,33 Euro abrutschten. Im Versicherungssektor gaben Vienna Insurance Group um 3,52 Prozent auf 27,86 Euro nach, während UNIQA immerhin 0,88 Prozent auf 10,02 Euro vorrücken konnten. Versicherungswerte stehen in ganz Europa im Blick, nachdem die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) die Kreditwürdigkeit von 15 europäischen Versicherern unter Beobachtung gestellt hat.

Sehr schwach tendierten in Wien auch Immofinanz, die ein Minus von 4,17 Prozent auf 2,19 Euro bauten. Die Gruppe hat ihren 50-Prozent-Anteil am Andreasquartier, einem gemeinsam mit der Frankonia Eurobau AG in einem 50:50 Joint Venture geplanten Entwicklungsprojekt in Düsseldorf, verkauft und dabei eine 7-prozentige Verzinsung auf ein Investment von rund 40 Millionen Euro erzielt. Unter den übrigen Immowerten gaben CA Immo Anlagen und Warimpex um 2,38 Prozent auf 8,35 Euro bzw. 2,35 Prozent auf 0,83 Euro nach, conwert verbilligten sich um vergleichsweise moderate 0,59 Prozent auf 8,45 Euro.

Etwa im Rahmen der Gesamtmarktperformance entwickelte sich am Nachmittag der Ölsektor. Die Aktie des Ölfeldausrüsters Schoeller-Bleckmann (SBO) lagen 1,67 Prozent im Minus bei 67,15 Euro, OMV schwächten sich um 1,85 Prozent auf 24,12 Euro ab.

Unter den übrigen Schwergewichten sanken voestalpine um 1,75 Prozent auf 19,93 Euro, Wienerberger verzeichneten einen Abschlag von 2,91 Prozent auf 7,23 Euro. Etwas Unterstützung erhielt der ATX indes von der Telekom Austria-Aktie, die 1,18 Prozent auf 8,77 Euro vorrückte.

Das bisherige Tageshoch verzeichnete der ATX im Eröffnungshandel bei 1860,99 Punkten, das Tagestief lag aktuell bei 1816,51 Einheiten. Der ATX Prime notierte mit einem Minus von 1,81 Prozent bei 901,19 Zählern. Um 14.15 Uhr notierten im prime market sechs Titel mit höheren Kursen, 30 mit tieferen und zwei unverändert. In zwei Aktien kam es bisher zu keiner Kursbildung.

Bis dato wurden im prime market 3.116.534 (Vortag: 5.182.332) Stück Aktien umgesetzt (Einfachzählung) mit einem Kurswert von rund 60,973 (129,83) Millionen Euro (Doppelzählung). Umsatzstärkstes Papier ist bisher Erste Group mit 653.296 gehandelten Aktien, was einem Kurswert von rund 16,35 Millionen Euro entspricht.

(APA)

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