Ausblick für die die heimische Großversicherung bleibt „stabil“. Ratingagentur erwartet nächstes Jahr Maßnahmen zur Verbesserung der Kapitalstruktur. Leise Zweifel gibt es an der geplanten Kapitalerhöhung 2013.
Wien/red. Die Ratingagenturen machen nun mit der angekündigten Abstufung von Versicherungsgesellschaften Ernst. Am Dienstag hat es auch eine österreichische Gesellschaft erwischt: Die operativen Kerngesellschaften der Uniqa-Gruppe wurden von Standard & Poor's (S & P) von „A“ auf „A-“ heruntergestuft, die Uniqa Versicherungen AG wird nur noch mit „BBB+“ statt bisher mit „A-“ eingestuft.
Sorgen muss man sich um die heimische Großversicherung aber nicht machen: Auch die neuen Einstufungen entsprechen dem „Investment Grade“, nach den Regeln der Investmentbranche gelten Emissionen des Hauses also weiterhin als sicher. Zudem wurden sowohl die operativen Konzerngesellschaften als auch die Versicherungen AG mit dem Ausblick „stabil“ bewertet.
Aktie reagierte kaum
Die im Prime Market der Wiener Börse gelistete Uniqa-Aktie reagierte auf die Abstufung nur sehr verhalten. Bis zum Nachmittag verlor das Papier knapp einen halben Prozentpunkt – und damit wesentlich weniger als Konkurrent Vienna Insurance Group. Allerdings: Nur ein sehr geringer Teil der Uniqa-Aktien steht in Streubesitz. Entsprechend schwach ist der Handel: An der Wiener Börse wechselten bis zum Nachmittag (in Doppelzählung) Uniqa-Papiere im Wert von gerade einmal 17.000 Euro den Besitzer. Die Aussagekraft des Aktienkurses ist also eher gering.
In der Begründung für die Abstufung schreibt S & P, man glaube, „dass sich die Kapitalisierung der Gruppe 2011 so weit verschlechtert hat, dass ein A-Rating nicht mehr gerechtfertigt ist“. Der stabile Ausblick unterstreiche aber die Ansicht der Ratingagentur, dass der Versicherungskonzern seine Kapitalausstattung im kommenden Jahr wieder verbessern kann. Konkret: Für heuer erwarten die Analysten von S & P für die Uniqa-Gruppe einen Verlust von bis zu 300 Mio. Euro. Die Versicherung selbst hatte den wahrscheinlichen Verlust für dieses Jahr mit 250 bis 300 Mio. Euro beziffert. Allerdings werde dem Unternehmen zugetraut, Schritte zu setzen, die die Kapitalausstattung wieder verbessern.
Ein erster solcher Schritt sei mit dem Verkauf der Mannheimer Holding schon gesetzt worden. Man gehe außerdem davon aus, dass „sich die Hauptaktionäre nach wie vor verpflichtet fühlen, Kapital bereitzustellen, falls dies erforderlich ist“. Nicht ganz überzeugt sind die Analysten der Ratingagentur von der für 2013 geplanten Kapitalerhöhung, die an die breite Masse gehen und den derzeit geringen Streubesitz auf knapp unter 50 Prozent erhöhen soll. Das Risiko für das Gelingen dieser Kapitalerhöhung sei durch die neuerdings sehr hohe Volatilität der Märkte gestiegen, hieß es.
Konzern wird gestrafft
Die Uniqa selbst wollte die Rückstufung am Dienstag nicht überbewerten. Man sei nicht überrascht, zumal ja verschiedene Ratingagenturen wegen der anhaltenden Staatsschuldenkrise schon in den vergangenen Wochen „die Ratings von europäischen Staaten und Finanzdienstleistern herabgesetzt beziehungsweise eine mögliche Herabsetzung angekündigt“ hätten, hieß es.
Die Uniqa hatte erst vor Kurzem eine Umstrukturierung und Straffung des Konzerns angekündigt. Man wolle sich künftig ganz auf Osteuropa und das Kerngeschäft konzentrieren, hatte es geheißen. Bekannt sind bereits Pläne zur Streichung von rund 600 Stellen in der Verwaltung.