Drei verendete Schwäne wurden am Wochenende noch untersucht.
WIEN. Derzeit laufen die Untersuchungen in den Mödlinger Labors der Ages (Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit) auf Hochtouren. Dorthin werden jene Vögel gebracht, die dem tödlichen Virus zum Opfer gefallen sein könnten. Am Sonntagabend gab es noch kein Ergebnis bezüglich dreier Schwäne, bei denen es starke Hinweise auf die Vogelgrippe gibt. Sie sind im Wasserpark an der Alten Donau (Floridsdorf) verendet - dort, wo jener Schwan gefunden wurde, der am Samstag per Schnelltests positiv getestet wurde. Die Bestätigung, ob der Schwan dem heimtückischen H5N1-Virus erlegen ist, wird bis Ende der Woche, spätestens Anfang übernächster Woche erwartet. Dann trifft das Ergebnis des Referenz-Labors in London ein.
Der Wasserpark in Floridsdorf bleibt bis auf unbestimmte Zeit gesperrt. Damit soll verhindert werden, dass vor allem Kinder, die Schwäne gerne füttern, den Tieren zu nahe kommen. Die zuständige Stadträtin Sonja Wehsely: Eine notwendige Vorsichtsmaßnahme. "Aber nicht jeder tote Schwan hat die Vogelgrippe."
Dass die Geflügelpest Wien erreicht hat - daran besteht laut Wehsely kaum Zweifel: "Die Wahrscheinlichkeit liegt bei mehr als 90 Prozent. Es war nur eine Frage der Zeit, bis der erste Fall bei uns auftritt."
Als Folge wurden die Bezirke Floridsdorf und Donaustadt zur Schutzzone erklärt. Das bedeutet, dass die etwa 30 Hobby-Bauern und Züchter in diesem Gebiet von der MA 60 (Veterinäramt) scharf kontrolliert werden. Zusätzliche Maßnahmen wie das Desinfizieren der Stiefel beim Betreten des Stalls sind vorgeschrieben, um zu verhindern, dass sich die Wildtier-Seuche auf Hühner und Gänse in den Ställen ausweitet.
Wien selbst wird zur Überwachungszone erklärt. Das bedeutet, dass in Geflügelbetrieben Enten von Gänsen getrennt werden bzw. Tierbörsen und Vogel-Ausstellungen verboten sind. "Es besteht aber keine Gefahr für die Bevölkerung", beteuert Wehsely.
- "Die Presse" erkundigte sich bei Experten über den Umgang mit Tieren in Zeiten der Geflügelpest:
- Füttern von Wildvögel vermeiden; Kinder von Schwänen fern halten.
- Tote Vögel beim Wiener Veterinäramt melden, aber nicht berühren.
- Kranke Vögel zur Pflege niemals mit nach Hause nehmen.
- Frühstücksei oder Grill-Hähnchen können ohne Bedenken genossen werden.
- Tauben sind laut Experten des Wiener Veterinäramtes keine Gefahr. Bisher wurde noch kein Fall einer Virus-Übertragung dokumentiert.
- Haustiere: Eine Übertragung auf Katzen oder Hunde ist nicht bekannt. Selbst wenn diese Tiere infiziert wären, bestünde laut Experten keine Gefahr: Die Virusmenge der Haustiere sei zu gering, um Menschen zu infizieren.