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Horst Eckert: Der Schwarze Schwan und die Krise

Horst Eckert Schwarze Schwan
(c) Grafit Verlag
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Den bisher besten Thriller rund um das Thema Finanzkrise schrieb ein deutscher Autor: Horst Eckert.

Alle Schwäne sind weiß. Das glaubte man in Europa bis ins 17. Jahrhundert, ehe in Australien schwarze Schwäne entdeckt wurden. Als „Schwarzen Schwan“ bezeichnet man seither ein extrem unwahrscheinliches Ereignis. Ob die Finanzkrise auch ein solches Phänomen sein könnte, darum kreist der Thriller des deutschen Autors Horst Eckert.

Eckert porträtiert ein Deutschland, das an allen Ecken und Enden von der Wirtschaftskrise geprägt ist. Gekonnt verwebt er mehrere Handlungsstränge. Eine milliardenschwere Übernahme wird in letzter Sekunde abgesagt. Die zuständige Investmentbankerin ist frustriert und lässt Informationen an einen Journalisten durchsickern. Ein verzweifeltes, arbeitsloses Akademikerpaar sieht sich gezwungen, Koffer zu stehlen und Geld für die Rückgabe zu verlangen. Ein Polizist verdient unerlaubt Geld als Privatschnüffler dazu. Und „Mutti“, die deutsche Kanzlerin, kämpft mit den Auswirkungen der Finanz- und Schuldenkrise.

Der Autor liefert einen intelligenten Pageturner, der dem angelsächsischen Motto „educate and entertain“ folgt. Grundsätzlich schwer verdauliche Zutaten wie Bankencrash, Griechen-Pleite und Atomausstieg verleihen dem Buch erst seine besondere Würze. Eckert ist seit seinem explosiven Vorgänger „Sprengkraft“ zwar längst kein Unbekannter mehr. Mit seinem aktuellen Thriller legt er aber ein unerwartet gutes Buch vor – fast so etwas wie einen „Schwarzen Schwan“. phu

 

Horst Eckert: Schwarzer Schwan. grafit, 381 Seiten, 20,60 Euro.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 18.12.2011)