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Erster Schnee, erste Lawineneinsätze in den Alpen

(AP Photo/ Kerstin Joensson)
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In Obertauern wurde ein Niederösterreicher von einem Schneebrett verschüttet, in den Lechtaler Alpen wurde ein Deutscher mitgerissen. In Vorarlberg hat sich ein Urlauber verirrt.

Der erste Schnee vom Wochenende hat in den heimischen Bergen zu mehreren Einsätzen wegen Lawinenabgängen und verirrten Skifahrern geführt. Ein 49-jähriger Deutscher liegt in der Intensivstation des Bezirkskrankenhauses Reutte, nachdem er in den Lechtaler Alpen von einer Lawine 500 Meter mitgerissen und verschüttet worden ist.

Der Deutsche war mit zwei Freunden zur 2260 Meter hohen Engelspitze aufgestiegen. Bei der Abfahrt fuhr das Trio in den 40 Grad steilen Gipfelhang ein. Während zwei der Gruppenmitglieder nach wenigen Schwüngen eine kurze Rast einlegten, fuhr der 49-Jährige weiter und löste selbst das Schneebrett aus.

Der Verschüttete konnte zwar relativ schnell ausgegraben werden. Die Ersthelfer stellten aber keine Vitalfunktionen mehr fest und alarmierten die Rettung. Der Notarzt eines Notarzthubschraubers konnte den Mann reanimieren. Alpinpolizistern begleiteten die übrigen Gruppenmitglieder ins Tal, die unverletzt blieben.

Niederösterreicher in Obertauern verschüttet

Großes Glück hatte am Sonntag ein Niederösterreicher, der im Bereich des Seekarliftes in Obertauern im Bundesland Salzburg im freien Gelände ein Schneebrett ausgelöst hatte und verschüttet worden war. Er konnte durch seine Bergkameraden rasch geortet und ausgegraben werden. "Es hat sich wieder einmal gezeigt, wie wichtig eine gute Ausrüstung und entsprechende Schulung ist", sagte der Einsatzleiter der Bergrettung Obertauern, Andreas Fasswald, im Gespräch mit der APA.

Der 63-jährige wurde bei dem Lawinenabgang nur leicht verletzt und mit dem Rettungshubschrauber ins Krankenhaus Schwarzach geflogen. Der Mann hatte an einem Winterkoordinationskurs für Skitouren-Instruktoren über den Österreichischen Alpenverein Edelweiß teilgenommen. Die 72 Kursbesucher waren dabei in Gruppen von sechs bis sieben Personen unterwegs gewesen. Kurz vor 11 Uhr fuhr der Niederösterreicher im freien Gelände vom Seekareck ab. Auf 2050 Meter Seehöhe löste er an einer steilen Stelle ein Schneebrett mit zehn Metern Breite aus. Der Pensionist wurde von der Lawine zehn bis 15 Meter mitgerissen und völlig verschüttet. Die anderen Mitglieder der Gruppe, darunter die Ehefrau des Niederösterreichers, stiegen zur Unglücksstelle auf und begannen sofort nach dem Mann zu suchen.

Nach gut fünf Minuten konnte der Skifahrer, der einen Pieps getragen hatte, geortet und wenig später ausgegraben werden. Der Mann war bewusstlos und wurde von seiner Frau, einer Ärztin, gemeinsam mit einer anderen Ärztin aus Deutschland erstversorgt. Der Niederösterreicher war rasch wieder ansprechbar, er hatte rund 15 Minuten unter dem Schnee gelegen. "Es ist dem schnellen Handeln der Gruppe sowie anderer Personen zu verdanken, dass der Verschüttete so schnell geortet und ausgegraben werden konnte", heißt es im Bericht der Polizei.

In den Tauern bestand am Sonntag erhebliche Lawinengefahr. Der frische Triebschnee sei besonders in Regionen oberhalb von 1800 Metern störanfällig und könne bei geringer Zusatzbelastung als Lawine abgehen, beurteilten die Experten in ihrem Lagebericht.

Deutscher Skifahrer hat sich verirrt

In Vorarlberg hat sich ein 56 Jahre alter Deutscher am Sonntagabend im Skigebiet Schröcken verirrt. Nachdem er über sein Handy seine Unterkunft verständigt hatte und zwölf Mann der Bergrettung ausgerückt waren, konnte der Mann leicht unterkühlt geborgen werden.

Der Skifahrer aus Esslingen in Deutschland hatte sich nach Betriebsende des Skilifts entschieden, über ein Tiefschneegebiet zu Tal zu fahren. Als er zur Bregenzerach stieß, wollte er zu Fuß dem Fluss folgen, gelangte jedoch in unwegsames Gelände. Bei Einbruch der Dunkelheit wusste er nicht mehr weiter und setzte einen Notruf ab.

(APA)