Die Bundesrepublik dürfte 2012 in etwa gleich viele Anleihen wie in diesem Jahr begeben. Deutsche Anleihen gelten als die sichersten Europas.
Wien/Dow Jones/Red. Auf dem Staatsanleihenmarkt gab es im heurigen Jahr vor allem eines: zwei Extreme. Während italienische oder spanische Schuldverschreibungen zum Teil mit rekordverdächtigen – und für die Staaten beängstigenden – Renditen aufwarteten, sind die Renditen deutscher Schuldtitel beträchtlich gesunken. Anleger sind in die Anleihen der Bundesrepublik geflüchtet, weil diese als die sichersten Europas gelten. Ob die Inflation bei derart geringen Renditen abgegolten wird, spielt für Anleger dabei eine untergeordnete Rolle. Sie sind bereit, im Gegenzug für Sicherheit auch Kaufkraftverluste zu akzeptieren.
Jens Wilhelm von Union Investment ist der Ansicht, dass Kaufkraftverluste weiter auf der Tagesordnung stehen dürften. Schließlich sei es schwer vorstellbar, dass die Renditen deutscher Bundesanleihen auf über drei Prozent klettern werden. Die Rendite zehnjähriger deutscher Anleihen erreicht derzeit rund 1,8 Prozent. Anleihen mit einer Laufzeit von 30 Jahren werfen eine Rendite von 2,4 Prozent ab.
Noch diese Woche wird Deutschland seine Refinanzierungspläne für 2012 bekannt geben.
Einschätzungen zufolge dürften im nächsten Jahr in etwa so viele Anleihen wie heuer (rund 180 Mrd. Euro) begeben werden. Hier nicht enthalten sind Anleihen mit einer Laufzeit von unter zwei Jahren und Anleihen, die an die Inflation gekoppelt sind. Marcel Bross von der Commerzbank hält es für denkbar, dass Deutschland 2012 mehrere Anleihen in kleinerem Umfang begeben wird, solche dafür aber häufiger.