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IBM: Handys können in fünf Jahren Gedanken lesen

IBM: Handys können in fünf Jahren Gedanken lesen
dapd (Axel Heimken)
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In Zukunft soll man Kommandos nur denken müssen, und nicht mehr tippen. Die Forscher sehen auch biometrische Passwörter stark im Kommen. Jedes Jahr blickt IBM in seine technologische Glaskugel.

Kurz vor Ausklang des Jahres stellt der Computerriese IBM immer die kommenden Technologietrends vor. Unter dem Namen 5 in 5 werden fünf Innovationen präsentiert, die nach Ansicht der IBM-Forschungsabteilung innerhalb der nächsten fünf Jahre Realität werden sollen. Unter anderem sollen Computer und Smartphones dann in der Lage sein, die Gedanken ihrer Nutzer zu lesen. Anstatt seine Finger zu verwenden, soll man nur noch denken müssen, was die Geräte tun sollen. Erste Anwendungen sieht IBM in der Spiele- und Unterhaltungsindustrie.

80 Prozent weltweit mit Handy

Handys spielen auch eine wichtige Rolle bei einer weiteren Vorhersage aus IBMs Glaskugel. In fünf Jahren sollen 80 Prozent der Weltbevölkerung ein Mobiltelefon besitzen. Die Geräte werden immer wichtiger für den Informationsaustausch, insbesondere für ärmere Gegenden. Im ländlichen Indien hat es IBM bereits Analphabeten ermöglicht, durch per Handy aufgezeichnete Nachrichten Informationen weiterzugeben.

Spam wird persönlicher

Die aktuell den weltweiten E-Mail-Verkehr belastenden unerwünschten Werbenachrichten sollen der Vergangenheit angehören. Zumindest in ihrer aktuellen Form. In Zukunft soll Werbung dank diverser Filter nur zielgerichtet angezeigt werden und auch nur dann, wenn man gerade das Bedürfnis nach einem bestimmten Produkt oder einer Dienstleistung hat. Auch sollen etwa Smartphones erkennen, so sich sein Nutzer befindet, und dann etwa Konzerttickets der Lieblingsband reservieren, wenn diese gerade in derselben Stadt aufspielt.

Biometrie überall

"Meine Stimme ist mein Pass" ist eine Phrase, die bereits 1992 im Technologie-Thriller "Sneakers - Die Lautlosen" den Zugang zu einem geschützten Bereich gewährte. In fünf Jahren soll die biometrische Spracherkennung allgemein verfügbar sein und damit Passwörter obsolet machen. So soll man etwa einfach zu einem Bankomaten hingehen und mit ihm sprechen können, worauf dieser dann das Geld hergibt. Neben der Stimme sollen aber noch andere Merkmale wie Gesichtserkennung und Retinascan dafür sorgen, dass man nicht einfach mit einer Aufzeichnung das Konto von wildfremden Leuten ausräumt.

Radeln für den Handy-Akku

Der ökologiebewusste Mensch von Morgen fährt mit dem Fahrrad zur Arbeit (oder sonstwohin). Der Vorteil in fünf Jahren: Ähnlich wie Licht-Dynamos soll durch kinetische Energie Strom erzeugt werden. Dadurch kann man etwa sein Handy beim Radfahren aufladen, postuliert IBM. Auch Abwärme von Haushaltsgeräten und Computern soll zur Energieerzeugung genutzt werden. Selbst Wasserleitungen könnten dazu dienen, wenn es nach den Forschern geht.

(db)