Krise: „Langfristig dürften Rohstoffpreise steigen“

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Symbolbild(c) EPA (Wei Leung)
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Die Rohstoffmärkte haben sich in diesem Jahr im Gleichklang mit dem Aktienmarkt bewegt. Das hat bei vielen Anlageklassen zu einem Preisverfall geführt. Langfristig könnte es allerdings wieder bergauf gehen.

Wien/nst. Auf den Rohstoffmärkten ist es in diesem Jahr – je nach Anlageklasse – häufig zu einem Preisverfall gekommen. Das hat damit zu tun, dass sich Rohstoffe zum Teil nicht von Aktienmärkten abkoppeln konnten. Mit Letzteren ging es heuer ordentlich bergab. Das ist vor allem der Schuldenkrise in der Eurozone und der mangelnden Lösungskompetenz der Politiker geschuldet.

Der Preis für Baumwolle ist seit Jahresbeginn beispielsweise um 40 Prozent eingebrochen, Kakao ist derzeit 30 Prozent weniger wert als noch im Jänner 2011, sagt Ronald Stöferle von der Erste Bank. Auch mit den Industriemetallen ging es heuer bergab. Die Vermögensverwaltung VCH Investment ist in ihrem aktuellen Ausblick der Ansicht, dass das Preisniveau vieler Metalle wie Aluminium, Kupfer, Zink, Nickel oder Blei bereits das „schwächere Wachstum der großen Volkswirtschaften im kommenden Jahr widerspiegelt“. Denn für 2012 wird von einer Eintrübung der Konjunktur ausgegangen, dass Staaten in eine Rezession rutschen, ist ebenfalls nicht ausgeschlossen.

Commerzbank-Analyst Eugen Weinberg fügt hinzu, dass die meisten Industriemetalle sogar unter ihre Produktionskosten gefallen seien. Langfristig sei daher davon auszugehen, dass die Preise eher steigen. Kurzfristig sei das aber eher nicht der Fall. Vergessen darf man nicht, dass China bei Industriemetallen eine entscheidende Rolle spielt. Die Volksrepublik ist bei einigen Basismetallen für 40 Prozent der globalen Nachfrage verantwortlich, schreibt die Vermögensverwaltung VCH. Fällt China auf die Nase, wird das zu einem Preisverfall auf den Märkten führen.

Ölpreis vor neuen Hochs?

Waren die Industriemetalle vom Preisverfall betroffen, hat sich der Ölpreis dafür ganz gut gehalten, sagt Stöferle. Allein die Kapazitätsausfälle, die durch die Krise im arabischen Raum, speziell in Libyen, entstanden sind, spielen eine entscheidende Rolle. Diese würden noch lange nicht das Vorkrisenniveau erreichen. Wird es 2012 zu einer Intervention im Iran kommen, „wird es vermutlich neue Allzeithochs geben“, sagt Stöferle. Trübt sich die Konjunktur ein – und der Angriff auf den Iran bleibt aus – könnte der Ölpreis sinken. Ein Barrel der Nordseesorte Brent kostet derzeit rund 106 Dollar. Stöferle geht von einem Durchschnittspreis von 122 Dollar je Fass (159 Liter) aus. Wer am steigenden Ölpreis partizipieren will, kann das etwa über Aktieninvestments tun. Etwa indem Papiere der großen Ölkonzerne gekauft werden. Mit Nischenanbietern, wie Schoeller-Bleckmann oder Schlumberger, könnte man am steigenden Ölpreis mitnaschen. Exchanged Traded Funds, börsengehandelte Indexfonds, sind ebenso eine Investitionsmöglichkeit.

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