Stimmung in der deutschen Wirtschaft hellt sich stark auf

Symbolbild
Symbolbild(c) GEPA pictures (GEPA pictures/ Oskar Hoeher)
  • Drucken

Deutsche Unternehmer zeigen mitten in der eskalierenden Eurokrise und der wachsenden Angst vor einer Rezession in den Euro-Kernländern überraschend viel Optimismus, selbst Exporteure erwarten keinen Einbruch.

München/red./ag. So richtig erklären kann es sich niemand – aber mitten in der eskalierenden Eurokrise und der wachsenden Angst vor einer Rezession in den Euro-Kernländern hellt sich die Stimmung in der deutschen Wirtschaft deutlich auf: Der vom Münchener Ifo-Institut für Wirtschaftsforschung erhobene Ifo-Geschäftsklimaindex stieg im Dezember um 0,6 auf 107,2 Punkte. Bereits im November hatte das wichtige deutsche Konjunkturbarometer überraschend zugelegt. Experten hatten im Vorfeld eher eine Verschlechterung der Stimmung erwartet.

Demgemäß sprachen die Konjunkturauguren auch von einem „Rätsel“: Andreas Scheuerle von der DeKa-Bank sagte etwa, die Stimmungsaufhellung sei „kaum zu erklären“. Besonders die deutliche Verbesserung in der Einschätzung der kommenden sechs Monate sei sehr überraschend. Der Index wird durch die Befragung von insgesamt 7000 Unternehmen ermittelt.

Ifo-Chef Hans-Werner Sinn interpretiert das Ergebnis so, dass die deutsche Wirtschaft dem Abschwung Westeuropas offenbar erfolgreich trotzen könne. Jörg Krämer, Chefvolkswirt der Commerzbank, gibt freilich zu bedenken, dass die gute Stimmung überwiegend von den für den Inlandsmarkt produzierenden Unternehmen komme, während das Geschäftsklima in den großen Exportunternehmen eher stagniere.

Ifo-Konjunkturexperte Klaus Abberger sieht das aber nicht negativ. Die exportierende Industrie schätze die Lage jetzt nur realistischer ein. Man rechne nicht mehr, wie noch zu Jahresbeginn, mit Exportzuwächsen, allerdings auch nicht mit besonders starken Einbrüchen. Selbst die starken Rückgänge auf dem wichtigen Markt China würden daran nichts ändern. Die seien nämlich erwartet worden, die Unternehmen hätten sich darauf eingestellt.

Lesen Sie mehr zu diesen Themen:


Dieser Browser wird nicht mehr unterstützt
Bitte wechseln Sie zu einem unterstützten Browser wie Chrome, Firefox, Safari oder Edge.