Einige Monate später als geplant wird das Stadthallenbad nach einer Renovierung wieder für die Öffentlichkeit verfügbar. Der Komplex verfügt dann über einen neuen Eingangsbereich und ein Wellnessareal.
Die rund 17 Mio. Euro teure Renovierung des Wiener Stadthallenbads geht ins Finale. Ab Februar 2012 - und damit um einige Monate später als ursprünglich vorgesehen - hat das 1974 erbaute Architekturjuwel von Roland Rainer wieder geöffnet. Der Komplex im 15. Bezirk verfügt dann über einen neuen Eingangsbereich, ein Wellnessareal und eine zeitgemäße Technikanlage. Gleichzeitig ließ Generalplaner Georg Driendl nachträgliche Änderungen, die den ursprünglichen Plänen widersprachen, rückbauen, sodass das Bad nun wieder der Originalkonzeption Rainers entspricht.
Ursprünglich hätte man bereits im vergangenen Herbst in den Becken schwimmen sollen. Grund für die Verzögerung waren vor allem massive Schäden in den Stahlbetondecken des Gebäudes, die im Zuge der Sanierung zutage getreten seien, erklärte Driendl am Donnerstag während einer Vorab-Besichtigung für Journalisten. Die jahrzehntelang undichten Wasserbassins hätten das Material schwer in Mitleidenschaft gezogen, weshalb Schritt für Schritt insgesamt knapp 8.000 Quadratmeter Deckenflächen wieder in Schuss gebracht werden mussten.
Gäste werden künftig über den neuen Eingang an der Hütteldorfer Straße ins Bad gelangen, wobei das Foyer Loungeatmosphäre verströmen soll. Garderoben und Duschen wurden ebenso erneuert wie der Wellnessbereich, der u.a. Saunen mit viel Holz- und Glaselementen sowie Kaltwasserbecken beherbergt. Optisch werden den Schwimmern die vorgenommenen Änderungen wohl nicht auf den ersten Blick auffallen. Allerdings betonen nicht zuletzt diese Details die architektonische Qualität des Baus.
So wurden beispielsweise die charakteristischen Mosaikfliesen, die im Lauf der Jahrzehnte teils durch anderes Material ersetzt oder überklebt wurden, komplett wiederhergestellt, womit das ursprüngliche Farbleitsystem nun wieder sichtbar ist. Außerdem wurden die orangen Stützsäulen von ihren Sockeln befreit, die historischen Lüftungsleitungen restauriert und Veränderungen hin zu mehr Transparenz und Durchlässigkeit vorgenommen, erläuterte Michael Rainer vom Bundesdenkmalamt. Dieses begleitete den gesamten Renovierungsprozess, wobei insgesamt 24 Auflagen erteilt wurden.
Neben der architektonischen Sorgfalt können sich Hobbyschwimmer vor allem auf die verbesserten hygienischen Zustände im Becken- und Sanitärbereich freuen. Gerade letztere ließ vor Beginn der Arbeiten schon einigermaßen zu wünschen übrig. Neue Liftanlagen, behindertengerechte WCs, Duschen und Garderoben sorgen für Barrierefreiheit. Die exakten Eintrittspreise werden noch errechnet. Laut einer Sprecherin von Bäderstadtrat Christian Oxonitsch (SPÖ) sollen die Tarife aber jenen entsprechen, die zuletzt gegolten haben - allerdings an den Verbraucherpreisindex angepasst.
(APA)