"Blaue Blitze": Nordkorea lässt Natur trauern

"Blaue Blitze": Nordkorea lässt Natur trauern(c) AP ()
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Seit dem Tod von Kim Jong-il berichtet die nordkoreanische Propaganda von zahlreichen "Naturwundern" - darunter ein Eissturm, ein leuchtender Schriftzug auf einem Berg und ein Kranich in "eindeutiger Trauerhaltung".

Nachdem Nordkorea seinen Bürgern eine Phase der Trauer um den verstorbenen Diktator Kim Jong-il verordnet hat, lässt es nun auch die Natur klagen. Seit dem Tod des „geliebten Führers" häufen sich in der staatlichen Nachrichtenagentur die Meldungen über „Naturwunder" zu Ehren des Diktators.

Unter anderem berichtete die Agentur "KCNA" von einem schweren Eissturm, der in der Nähe von Kim Jong-ils Geburtsort gewütet habe - zu dessen Todesstunde. Nach dem Sturm sei das Eis auf dem berühmten Chon-See geborsten, so dass „es den Anschein hatte, dass Himmel und Erde erschüttert werden". Dann hätte Stille geherrscht und auf einem Felsen sei der leuchtende Schriftzug „Berg Paektu, heiliger Berg der Revolution. Kim Jong Il" erschienen.

In einer anderen Meldung ist von Schneetreiben und „blauen Blitzen" die Rede, die ebenfalls als Zeichen der Trauer interpretiert wurden.

Damit aber nicht genug: Noch am selben Tag soll in der Stadt Hamhung ein Kranich gesehen worden sein, der dreimal um eine Statue von Kim Jong-ils Vater, Kim Il-sung, gekreist sei. Danach habe er eine „eindeutige Trauerhaltung" eingenommen. „Sogar der Kranich schien den Abschied von Kim Jong-il zu betrauern", hieß es in der Meldung der KCNA. „Auch er kann ihn nicht vergessen."

Weiße Seegurke als Vorbote

Die Medien in Nordkorea haben bereits seit längerem eine Art Routine in der Beobachtung von und der Berichterstattung über Naturphänomene - besonders in Zusammenhang mit bedeutenden politischen Ereignissen. So schrieb sie im Jahr 1994, nach dem Tod von Kim Il-sung, dass eine Schwalbe mit weißen Flügeln gesichtet worden sein. Diese sei in ein Klassenzimmer geflogen und habe minutenlang vor dem Porträt des Verstorbenen „geweint".

Kim Jong-il hatte laut der Staatspropaganda schon zu Lebzeiten eine besondere Verbindung zur Tier- und Pflanzenwelt. Als er das Amt des Generalsekretärs der Partei übernahm, schrieb KCAN von blühenden Birn- und Marillenbäumen im September und einer weißen Seegurke, die Fischern ins Netz gegangen sei, um das freudige Ereignis anzukündigen.

Nordkoreas langjähriger Diktator Kim Jong-il ist am Samstag im Alter von 69 Jahren während einer Zugfahrt an den Folgen eines Herzinfarkts gestorben. Nun übernimmt dessen jüngster Sohn Kim Jong-un die Führung im Land. Das Staatsbegräbnis für Kim Jong-il soll am 28. Dezember stattfinden, bis dahin hat das Regime Staatstrauer angeordnet.

(hell)

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