Der denkmalgeschützte Bau aus dem Jahr 1974 wurde wieder in den Originalzustand versetzt. Die Eröffnung ist für Februar geplant. Die Wien-Holding lud zur ersten Besichtigung.
Wien. Für Michael Rainer ist die Lüftungsanlage am faszinierendsten. „Das ist schon toll, dass man das alles erhalten konnte und nicht neu machen musste. Noch dazu ist die Sanierung am günstigsten“, sagt Rainer vom Bundesdenkmalamt, der die Sanierung des Stadthallenbads betreut hat.
Seit Mai 2010 wird der denkmalgeschützte Roland-Rainer-Bau aus dem Jahr 1974 generalsaniert. Am Donnerstag lud die Wien-Holding zur ersten Besichtigung. Eigentlich zu einem Zeitpunkt, zu dem das Bad schon längst wieder in Betrieb sein sollte. Die 17 Millionen Euro teure Renovierung hat dann aber doch länger gedauert. Im Februar will man wieder eröffnen. Bis dahin wird die Technik getestet.
Die der Lüftung dürfte dabei keine Probleme bereiten. Sie funktioniert, zumindest in Anwesenheit der kleinen Medienschar. Und typisch für Rainer – den Architekten, nicht den Denkmalschützer – ist sie nicht nur gut sichtbar, sondern Teil der Architektur.
Das Team unter der Leitung des Architekten Georg Driendl, selbst ein Schüler Rainers, hat das Bad wieder in den Originalzustand zurückgeführt – unter Rücksichtnahme auf heutige technische Standards. Da das Gebäude erst seit Frühjahr 2010 unter Denkmalschutz steht, wurde zuvor bei kleinen Teilsanierungen wenig auf das Farb- und Materialkonzept des Architekten geachtet.
So mussten also bei der jetzigen Sanierung die großen roten Stützen von provisorischen Betonsockeln befreit, die gelben, schwarzen und roten Mosaikfliesen an den Wänden wieder freigelegt und der Boden mit Quadratnoppen-Bodenfliesen und die Wände mit Lochziegeln originalgetreu wiederhergestellt werden.
Neuer Dreimeterturm
Da das Stadthallenbad auch Trainingsstätte für Profischwimmer ist, hat es für sie ein paar wettkampfkompatible Neuerungen gegeben. So wurde etwa der Sprungturm mit einem neuen Dreimeterturm für Synchronspringen ausgestattet. „Das ging sich mit dem Sprungbecken gerade um einen Millimeter aus“, sagt Architekt Driendl.
Derzeit wird vor allem der Hubboden des Beckens getestet. Die Tiefe des Beckenbodens kann nämlich je nach Bedarf – etwa für Wettkämpfe – verändert werden. „Dahinter steckt eine technische Meisterleistung, das ist ein eigenes Kraftwerk“, sagt Driendl.
Ausgebaut wurde der Garderoben-, Wellness- und Restaurantbereich. Völlig neu ist nur der Haupteingang in der Hütteldorfer Straße.
Auf einen Blick
Seit Mai 2010 wird das Stadthallenbad – unter Rücksichtnahme auf Denkmalschutz und heutige technische Standards – generalsaniert. Der Originalzustand des Roland-Rainer-Baus aus dem Jahr 1974 wurde wiederhergestellt. Die für Herbst 2011 geplante Eröffnung wurde auf Februar verschoben.
("Die Presse", Print-Ausgabe, 23.12.2011)