Schnellauswahl

IV und NGOs: Neue Plattform für Bildung

(c) Dapd (Martin Oeser)
  • Drucken

Industrie, Caritas, Diakonie, Greenpeace und Eltern bilden eine Allianz für besseren Unterricht. Offizieller Start ist Ende Jänner. Auch die Gesamtschule soll zur Diskussion stehen.

Wien. Der offizielle Start soll erst Ende Jänner erfolgen. Die Vorbereitungen sind aber schon weit gediehen: Wie „Die Presse“ erfuhr, werden Industriellenvereinigung und mehrere NGOs bald eine eigene „Bildungsplattform“ vorstellen, die das Bildungsvolksbegehren „weitertragen“ oder ergänzen soll, so heißt es unter den Beteiligten. Ziel sei es, das heimische Bildungssystem in einer bunten Allianz „voranzubringen“. Forderungen der Plattform sind ein besserer Unterricht an Volks- und aufbauenden Schulen sowie ein leichterer Wechsel zwischen den Schultypen. Weiters will sich die Plattform der Förderung von Schülern aus sozial schwachen Familien verschreiben. Auch die gemeinsame Schule aller Zehn- bis 14-Jährigen soll – wie beim Bildungsvolksbegehren – zur Diskussion stehen.

Vor allem die Industriellenvereinigung will mit der Plattform das Volksbegehren des SPÖ-Altpolitikers Hannes Androsch unterstützen, das knapp 400.000 Unterschriften erhalten hat und am 18.Jänner erstmals im Nationalrat behandelt werden wird; Beobachter befürchten, dass es danach innenpolitisch wieder unter den Tisch fällt, so auch das Anliegen einer gemeinsamen Schule. Diese ist aber noch ein Streitpunkt unter den Akteuren der Plattform: Auch der Bundesverband der Elternvereine an mittleren und höheren Schulen wird sich daran beteiligen, er ist aber gegen eine Gesamtschule. Was die Plattform demnächst im Detail fordern wird, will man nach den Feiertagen in weiteren Gesprächen „festzurren“.

Agieren wolle man keinesfalls nur im Gefolge des Androsch-Begehrens, sondern „mittel- und langfristig“. Außer der Industrie und den Elternvertretern werden bei der „Bildungsplattform“ – die im Jänner auch noch einen eigenen Namen präsentieren wird – Caritas, Diakonie und Greenpeace beteiligt sein, Träger der Plattform wird ein Verein sein.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 24.12.2011)