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Währungsstreit: USA verzichten auf China-Sanktionen

Yuan wird von China künnstlich niedrig gehalten
(c) EPA (How Hwee Young)

Das US-Finanzministerium schreibt, der Volksrepublik könne eine gezielte Währungsmanipulation nicht vorgeworfen werden.

Im langjährigen Währungsstreit mit China verzichten die USA auf Sanktionen gegen den aufstrebenden Konkurrenten. Eine gezielte Währungsmanipulation könne der Volksrepublik nicht vorgeworfen werden, schrieb das Finanzministerium in seinem Halbjahresbericht. Das wäre die Voraussetzung für gezielte Sanktionen, wie sie von Industrieverbänden gefordert werden. Allerdings lasse die Regierung in Peking ihren Yuan viel zu langsam und "nicht ausreichend" aufwerten.

"Chinas Währung ist noch immer enorm unterbewertet", sagte Scott Paul, Chef vom Industrieverband Alliance for American Manufacturing. "Ich bin enttäuscht, dass Präsident Obama nun schon sechs Mal darauf verzichtet hat, China der Währungsmanipulation zu beschuldigen.  Dem Exportweltmeister wird seit Jahren vorgeworfen, den Wechselkurs des Yuan künstlich niedrig zu halten und sich so Vorteile auf den internationalen Märkten zu verschaffen.

Institut: Yuan 24 Prozent unterbewertet

In diesem Jahr hat der Yuan um vier Prozent im Vergleich zum US-Dollar aufgewertet. Das Peterson Institute for International Economics hält die Währung aber immer noch für 24 Prozent unterbewertet. Der Senat hat bereits die Geduld mit dem Konkurrenten um die politische und wirtschaftliche Vorherrschaft verloren. Er hat in diesem Jahr erstmals Strafzölle gegen chinesische Produkte verlangt.

Die beiden weltgrößten Volkswirtschaften sind aufeinander angewiesen. Für Exportweltmeister China sind die USA der wichtigste Kunde. Umgekehrt ist China der größte ausländische Gläubiger der USA.

(APA)