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Russland: Putin vor Wahlen im Umfragetief

Vladimir Putin
Russlands Regierungschef Putin(c) AP (Yana Lapikova)
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Premier Wladimir Putin genießt im Vergleich zu 2008 weit weniger Zustimmung. Seine drei Gegenkandidaten dürften ihn trotzdem keine schlaflosen Nächte bereiten.

Die Zustimmung für Regierungschef Wladimir Putin liegt in der russischen Bevölkerung nur mehr bei 44 Prozent. 2008 war sie noch um 16 Prozentpunkte höher, meldete das Moskauer Forschungsinstitut FOM am Donnerstag. Eine Niederlage bei der anstehenden Präsidentenwahl am 4. März scheint Putin dennoch nicht bevorzustehen: Immerhin 52 Prozent der Befragten wollen Putin wählen oder können sich das vorstellen.

Deutlich unter 15 Prozent liegen dagegen Putins Mitbewerber - drei an der Zahl. Wie die Wahlkommission am Mittwoch mitgeteilt hatte, wurden der Vorsitzende der Kommunistischen Partei, Gennadi Sjuganow, und der Chef der ultranationalistischen Liberaldemokratischen Partei (LDPR), Wladimir Schirinowski, registriert. Zuvor hatte sich bereits der Chef der Mitte-links-Partei "Gerechtes Russland", Sergej Mironow, aufstellen lassen. Sie gelten laut Beobachtern aber als "ungefährlich" für den Regierungschef - alle drei unterlagen ihm bereits bei früheren Wahlen.

Marionette im "Plan des Kreml"

Ob noch ein vierter Gegenkandidat hinzukommt, ist derzeit offen: Der Milliardär Michail Prochorow, der ebenfalls seine Kandidatur angekündigt hat, muss noch zwei Millionen Unterschriften einreichen, um die Registrierung zu erhalten. Der 46-jährige Geschäftsmann hatte im Frühjahr die liberal-konservative Partei "Gerechte Sache" gegründet. Seine Entmachtung folge aber schon im September, weshalb "Gerechte Sache" lange als Marionette des Kreml galt. Weiters vermuteten Experten hinter Prochorows Rückkehr auf die politische Bühne einen "Plan des Kreml", um die protestierende Opposition zu beruhigen.

Putin schenkt "ehrliche Präsidentenwahlen"

Allzu entspannt dürfte Putin, der bereits von 2000 bis 2008 russischer Präsident war, dennoch nicht sein: Der Massenprotest der Opposition mit rund 100.000 Demonstranten am vergangenen Wochenende richtete sich insbesondere gegen ihn und die russische Staatsführung. Außerdem wirft die Opposition der Putin-Partei "Geeintes Russland" Wahlbetrug bei den Parlamentswahlen Anfang Dezember vor.

Nach Gesprächen mit der Opposition äußerte sich Putin am Mittwoch nach Angaben der Agentur Interfax zurückhaltend. "Es sollte einen Dialog geben, aber in welcher Form - darüber denke ich noch nach", so der Regierungschef. Auf die Frage, was er den Russen zum neuen Jahr schenken würde, sagte er: "Ehrliche Präsidentenwahlen". Ob sich dieser Wunsch tatsächlich erfüllt, bleibt abzuwarten.

(Ag./Red.)