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Athen hofft auf Schuldenschnitt-Einigung im Jänner

Athen hofft baldige SchuldenschnittEinigung
(c) EPA (STAFF)
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Ein freiwilliger Schuldenschnitt soll bald mit Banken und Versicherern vereinbart werden. Griechenland braucht 89 Milliarden Euro Finanzhilfe. Der Schuldenschnitt soll weitere 100 Milliarden Euro bringen.

Griechenland hofft auf ein Ende der Verhandlungen mit den Banken und Versicherern über einen freiwilligen Schuldenschnitt für das pleitebedrohte Euro-Land Mitte Jänner. Dies sagten Quellen aus dem Finanzministerium in Athen der Nachrichtenagentur dpa am Freitag. Die Verhandlungen verliefen gut, hieß es. Anschließend solle eine Absichtserklärung (Memorandum of Understanding) zwischen Athen und den privaten Gläubigern unterzeichnet werden. Danach soll das Abkommen von den Gremien der EU genehmigt und auch in den meisten Fällen von den Parlamenten der Mitgliederstaaten des Eurolandes gebilligt werden.

Ob Griechenlands Pleite abgewendet werden kann, hängt entscheidend von dem Schuldenschnitt ab, zu dem sich die Gläubiger des Landes auf dem Euro-Gipfel Ende Oktober bereiterklärt hatten. Banken und Versicherer sollen danach einem Forderungsverzicht von 50 Prozent bei griechischen Staatsanleihen zustimmen, was einem Betrag von 100 Mrd. Euro entspricht. "Wenn diese Verhandlungen erfolgreich abgeschlossen sind, dann fällt eine große Last von unseren Schultern", hatte der griechische Ministerpräsident Lucas Papademos vor dem Ministerrat gesagt.

Allerdings gab es zuletzt Zweifel daran, ob die Höhe des Schuldenschnitts angesichts der immensen Schuldenprobleme Griechenlands ausreicht. Zudem ist Gläubigerkreisen zufolge fraglich, ob sich alle privaten Gläubiger daran beteiligen.

Troika kommt am 16. Jänner nach Athen

Nach Angaben des Ministeriums werden die Kontrolleure der EU, des Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Europäischen Zentralbank (EZB) - die sogenannte "Troika" - am 16. Jänner für die neue Kontrolle der Bücher und der Sparfortschritte Athens erwartet. Diesmal gehe es nicht nur um die nächste Tranche des ersten Hilfspakets für Griechenland. Im Mittelpunkt werde das neue Hilfspaket in Höhe von 130 Mrd. Euro von EU und IWF stehen.

Von diesem zweiten Hilfspaket werden nach Darstellung der griechischen Regierung bis Mitte März alles in allem Finanzhilfen in Höhe von 89 Mrd. Euro benötigt. In dieser Summe sind nach Angaben des Finanzministeriums auch die Folgen des Schuldenschnitts (30 Mrd. Euro) enthalten sowie die Rettung griechischer Banken und Rentenkassen (39 Mrd. Euro), Mitte März auslaufende griechische Staatsanleihen über 14,4 Mrd. Euro und weitere Gelder (knapp sechs Milliarden) für den griechischen Staat.

(Ag.)