Europas Unternehmer sind so pessimistisch wie seit zwei Jahren nicht mehr. Die Kurse von Staatsanleihen rutschen nach unten, auch jene von Österreich-Anleihen. Die Rendite liegt nunmehr bei 3,40 Prozent.
Frankfurt/Bloomberg. Das Wirtschaftsvertrauen in der Eurozone ist im Dezember von 93,8 auf 93,3 Punkte gesunken, wie die EU-Kommission mitteilte. Es ist der niedrigste Wert seit über zwei Jahren. „Das Vertrauen ist seit einiger Zeit auf dem Rückzug, und es gibt keinen Grund anzunehmen, dass es in nächster Zeit wieder zulegen wird”, sagte Peter Dixon, Volkswirt bei der Commerzbank in London. „Je nachdem, wie heftig die Rezession ausfällt, könnte es noch dramatisch weiter abwärts gehen.“
Die Stimmung hat sich vor allem bei den Dienstleistern eingetrübt. Bei den Industriebetrieben blieb sie auf konstant niedrigem Niveau. Auch das Verbrauchervertrauen gab nach.
Die Folge: Die Kurse italienischer und spanischer Anleihen sanken. Investoren fürchten offenbar, dass die hoch verschuldeten Staaten Probleme haben könnten, in einem Abschwung ihre Defizitziele einzuhalten.
Italien-Bonds: Rendite steigt
Bei den zehnjährigen Italien-Bonds, deren Rendite am Donnerstag um 0,15 Prozentpunkte angestiegen war, fiel der Kurs weiter. Die Rendite lag zuletzt bei 7,11 Prozent. Eine steigende Rendite (aus Käufersicht) bedeutet sinkende Kurse für die Inhaber von Anleihen: Wollen sie die Papiere verkaufen, müssen sie sie so billig hergeben, dass die potenziellen Käufer auf die hohe Rendite kommen. Auch bei spanischen Bonds kletterte die Rendite um 0,05 Prozentpunkte auf 5,68 Prozent. Die Europäische Zentralbank (EZB) hat dem Vernehmen nach Anleihen beider Länder gekauft. In der kommenden Woche wollen Italien und Spanien neue Anleihen auf den Markt bringen.
Doch nicht nur in den schuldengeplagten Staaten fielen die Kurse: Auch zehnjährige Frankreich-Anleihen verzeichneten Kursverluste. Die Rendite liegt derzeit bei 3,39 Prozent. Bei den zehnjährigen Österreich-Anleihen fiel der Kurs den sechsten Handelstag in Folge. Die Rendite liegt nunmehr bei 3,40 Prozent. Österreichs Kreditwürdigkeit verschlechtert sich im Zuge der Ungarn-Krise.