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Warum der Freitag so oft auf einen Dreizehnten fällt

Warum Freitag einen Dreizehnten
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Wenn dieses Stilmittel nicht schon so ausgelutscht wäre ...

Wenn dieses Stilmittel nicht schon so ausgelutscht wäre, könnte man damit beginnen, dass die Angst vor einem Freitag dem Dreizehnten Paraskavedekatriaphobie heißt. Doch rund um den Ende dieser Woche wieder einmal anstehenden Tag gibt es viel Interessanteres zu erzählen. Etwa, dass er jedes Jahr mindestens ein Mal, höchstens jedoch drei Mal auftritt. Dass der kürzeste Abstand zwischen zwei 13. Freitagen vier Wochen, der längste 61 Wochen beträgt. Und dass – und jetzt wird es wirklich interessant – die meisten Dreizehnten tatsächlich auf einen Freitag fallen. Klingt komisch, ist aber so. Und liegt daran, dass sich der gregorianische Kalender alle 400 Jahre wiederholt – und dass entgegen der klassischen Formel nicht alle vier Jahre ein Schaltjahr eingelegt wird: Denn volle Hunderterjahre, die sich nicht durch 400 teilen lassen (etwa 1800 oder 1900), bekommen keinen zusätzlichen 29. Februar. Aus dieser Regel ergibt sich, dass es in einem Zeitraum von 400 Jahren 688 Dreizehnte gibt, die auf einen Freitag fallen. (Dass auch der 6., der 20. und der 27. ebenso häufig auf Freitage fallen, sei der Vollständigkeit halber erwähnt.)

Ob Papst Gregor XIII., als er 1582 mit der päpstlichen Bulle „Inter gravissimas“ die Kalenderreform startete, bewusst war, dass er allen Paraskavedekatriaphobikern besonders viel Grund zur Sorge bereiten würde, ist nicht überliefert. Ob sein Namenszusatz etwas damit zu tun gehabt haben könnte, lassen wir jetzt auch einfach dort, wo es hingehört – im Elfenbeinturm der Verschwörungstheoretiker.

Widmen wir uns doch lieber praktisch anwendbaren Dingen, die uns im Leben auch wirklich weiterbringen: Will man sich etwa unbedingt vor einem Tag besonders fürchten, sollte man wenigstens einen auswählen, der nicht allzu häufig vorkommt. Mittwoch der 31. bietet sich da an, um in Schockstarre zu verfallen – den gibt es im Lauf von 400 Jahren nur 398 Mal.


E-Mails an: erich.kocina@diepresse.com

("Die Presse", Print-Ausgabe, 09.01.2012)