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Nichtraucher zeigen die Westbahn an

(c) Die Presse (Clemens Fabry)
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„Rauchersheriffs“ wollen ein Rauchverbot in den Zügen. Die Westbahn gibt sich kämpferisch. Raucherabteile verstoßen aus Sicht des selbst ernannte Rauchersheriffs, Erlachers gegen das Tabakgesetz.

Wien/Mpm. Für Raucher sind sie ein Pluspunkt, Nichtraucheraktivisten sind sie ein Dorn im Auge: die Raucherabteile in den Westbahn-Zügen. Der selbst ernannte Rauchersheriff Dietmar Erlacher, der fast 15.000 Lokale wegen Verstößen gegen das Tabakgesetz angezeigt hat, sowie Robert Rockenbauer, Chef der Schutzgemeinschaft für Nichtraucher, wollen nun ein Rauchverbot in den Westbahn-Zügen erreichen: Man sammle derzeit Anzeigen, so Erlacher, die man in einigen Wochen beim magistratischen Bezirksamt einreichen werde.

Raucherabteile verstoßen aus Sicht Erlachers gegen das Tabakgesetz, weil das Rauchen an öffentlichen Orten generell verboten ist. Weiters sei der Nichtraucherschutz nicht gegeben, da auch nicht rauchende Passagiere durch die Raucherabteile gehen müssen. Zudem habe er sogar ein 13-jähriges Mädchen, das per Gesetz gar nicht rauchen dürfte, im Abteil mit einer Zigarette gesehen.

 

Westbahn will Frage ausfechten

Bei der Westbahn ist man auf Klagen vorbereitet. „Wir sind davon überzeugt, dass wir alle Vorschriften gemäß dem Tabakgesetz erfüllen“, sagt Sprecher Manfred Mader. Wie in Lokalen habe man getrennte Raucherbereiche mit der vorgeschriebenen Belüftung. Man sei bereit, diese Frage vor Gericht „auszufechten“ – und das auch über mehrere Instanzen. Das könnte natürlich Jahre dauern. Das Rauchen wird bis dahin – anders als bei der Konkurrenz ÖBB, deren Züge seit 2007 rauchfrei sind – jedenfalls erlaubt bleiben.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 13.01.2012)